Große AfD-Demonstrationen gab es bisher vor allem im Osten: In Thüringen machte Björn Höcke auf sich aufmerksam, die Gesamtpartei mobilisierte 5000 Menschen in Berlin, um ihren Unmut über die Politik der Großen Koalition kund zu tun.

Nun probierte sich auch der rheinland-pfälzische Landesverband daran, der im März 2016 eine Landtagswahl bestreiten muss und derzeit landesweit bei 6 Prozent liegt. Um 18 Uhr am gestrigen Samstag versammelten sich rund 300 Demonstranten - angekündigt waren vorher bis zu 1000 - im prasselnden Regen auf dem Gutenbergplatz vor dem Staatstheater. Blasting News war mit seinem Redakteur Robin Classen mitten im Geschehen.

Blockaden und Regen

Grund für die niedrigere Teilnehmanzahl war zum einen das misserable Wetter, zum anderen der Umstand, dass teilweise militante Gegendemonstranten alle Zugänge zum Platz mit Blockaden unzugänglich gemacht hatten. Wer trotzdem teilnehmen wollte, musste sich von der Polizei lotsen lassen und war massiven Beschimpfungen und Beleidigungen ausgesetzt. Auf dem Platz selbst redeten der Spitzenkandidat für Rheinland-Pfalz, Uwe Junge, der niedersächsische Landesvorsitzende Paul Hampel und natürlich Frauke Petry, die Bundesvorsitzende der rechtsdemokratischen Partei. Hauptthema war erwartungsgemäß die Asylkrise, doch auch grundsätzlichere Themen wie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit wurden angesprochen.

Linksextreme Parolen und Straftaten

Auch einige Gegendemonstranten hatten sich direkt auf dem Platz eingefunden, hielten sich jedoch mit offenen Störungen weitestgehend zurück. Anders einige Personen auf den Emporen des Staatstheaters, die versuchten, durch das Abspielen der "Europahymne" und Rufe die Veranstaltung zu sabotieren. Die Polizei stellte per Lautsprecherdurchsage klar, dass das keine Zivilcourage, sondern strafrechtlich relevantes Verhalten und ein Verhindern von Grundrechtsausübung ist. Die Personen wurden von Polizeieinheiten abgefilmt und werden nun wohl strafrechtlich verfolgt. Von Seiten der von SPD, Grünen und Linken unterstützten und genehmigten Gegendemonstration waren überdies linksextreme Parolen wie "Deutschland ist scheiße, ihr seid die Beweise" und "Volkstod jetzt" zu hören. Dagegen wurde weder von Ordnern noch von Mainzer Politikprominenz eingeschritten.

Nur Gegendemonstranten fielen strafrechtlich auf

Der geplante Demonstrationszug durch Mainz musste ausfallen: Die Polizei hätte die Wegstrecke kaum freihalten können, heißt es. Festnahmen gab es ausschließlich auf Seiten der linken Gegendemonstranten wegen Übergriffen auf Polizei und AfD-Sympathisanten. #Wahlen #PEGIDA #Angela Merkel