Nachgedacht: ein Feature zum Flüchtlingsstrom

Passau, 1. November 2085, 16 Uhr Ortszeit, 27 Grad im Schatten: In den zehn Flüchtlingslagern nahe der deutsch-österreichischen Grenze drängen sich rund 40.000 Klima- und Kriegsflüchtlinge an den Wasserausgabestellen des Deutschen Roten Kreuzes und des Roten Halbmondes. Ärzte und medizinisches Personal versorgen völlig dehydrierte Neuankömmlinge, die es aus den Kriegs- und den Hitzegebieten bis nach Mitteleuropa geschafft haben. Die EU Erstaufnahmelager in Griechenland, der Türkei sowie auch in Italien und Spanien sind an ihre Kapazitätsgrenze angelangt. Die neu errichteten Sammellager im Süden Europas müssen erst an der eurasischen Wasserpipeline "Euaswa" angeschlossen werden, bevor sie die ersten #Flüchtlinge aufnehmen können. Unterdessen läuft der Weltklimagipfel auf Hochtouren. Der findet dieses Jahr in Kapstadt statt, wo man eine Lösung für die Globale Versorgung mit Trinkwasser zu finden versucht.

"Die Zeit läuft uns davon", so ein Delegierter aus Kolumbien. "Solange Russland, Skandinavien und Grönland ihre Grenzen für Flüchtlinge nicht öffnen, damit bisher unbewohnte und brachliegende ehemaligen Permafrostgebiete mit Neubürger besiedelt werden können, droht uns allen eine globale Katastrophe."

Weit weg von der Realität?

Wie weit von einer möglichen Realität ist dieses düstere Szenario eigentlich entfernt? Um es auf den Punkt zu bringen: nicht sehr weit. Schon jetzt strömen Hunderttausende aus den Krisengebieten nach Europa - und dies ist erst der Anfang. Wie wird es erst sein, wenn sich Hunderte von Millionen Menschen auf den Weg nach Norden begeben, um vor Hitze, Dürre, Hunger und Durst zu flüchten?

Tatsache ist, wir leben in einer Eiszeit!

Wir müssen den Tatsachen ins Auge sehen, denn das Klima der Erde ist keine feststehende Größe. Das war es noch nie, egal was man Ihnen erzählt. Wir leben schon seit einer sehr, sehr langen Zeit im Känozoischen Eiszeitalter, in dem vor rund 30 Millionen Jahre die Antarktis und vor etwa 2,7 Millionen Jahren auch die Arktis vergletscherten. Die Erde befindet sich, wenn Sie es so möchten, in einer Art Winterschlaf. Die Menschheit hat ihren Aufstieg zur herrschenden Rasse, quasi in einer Art "Kältekammer" erlebt. Unsere gesamte Zivilisation ist auf Temperaturen ausgerichtet, wie wir sie derzeit haben. Die echte Bewährungsprobe für die Spezies Mensch steht noch aus. Erst wenn das Klima der Erde wieder in eine Warmphase übergeht, sprich, wenn mindestens eine der beiden Polkappen wieder eisfrei sein wird, dann erst wird es sich zeigen, ob sich die Menschheit wirklich als die Krone der Schöpfung bezeichnen darf. Oder aber, ob unsere Zivilisation mit diesen Veränderungen nicht klar kommt. Unsere Zivilisation wird also sehr stark geschwächt oder aber gestärkt aus dem Klimawandel hervorkommen. 

Nicht der Klimawandel ist das Problem

Die Natur hat kein Problem mit einem Klimawandel, denn das Leben passt sich dem Klima an und das auch ziemlich rasch. Dies tut sie schon seit Millionen von Jahren und stellt für sie auch kein Problem dar. Wir Menschen müssen erst noch lernen, uns auf einen Klimawandel einzustellen. Wenn wir uns alle einmal besinnen, die Gier nach mehr und mehr Beiseite zu legen, zur Vernunft kommen und endlich Mensch werden, dann werden wir die Aufgaben die vor uns liegen auch meistern können. Wenn nicht, dann fangen wir wieder von vorne an. 

Doch was ist zu tun?

Wir können nicht erwarten, dass ein Großteil der Menschheit in Demut Verzicht übt, damit ein kleinerer Teil wie die Made im Speck lebt. Das jetzige Flüchtlingsdrama ist eine Art Bewährungsprobe für uns alle. Nicht nur für Deutschland, sondern für die gesamte EU und die gesamte restliche Welt. Wir müssen uns als humane Wesen begreifen, nach Lösungen suchen und uns unabhängig von Tradition und Religion unterstützen.

Wir müssen lernen Veränderungen zu akzeptieren, um das Beste aus jeder Situation zu machen. 

Foto: Michael Gubi, Flickr, Fotilia: Prod. Numérik / Dérèglement #Europäische Union #Krieg