In der Nacht zum Samstag hat sich in Paris erneut ein schrecklicher Anschlag ereignet. An acht verschiedenen Tatorten schlugen die Terroristen zu und rissen mit ihren feigen Attacken fast 130 unschuldige Bürger aus dem Leben. Eurokrise, Flüchtlingsströme und islamistischer #Terror sind nur einige Faktoren, die Europa spalten und destabilisieren. Da muss zwangsläufig die Frage gestellt werden, wer eigentlich von den momentanen Ereignissen profitiert.

Türkei verbessert seine Verhandlungsposition

Die europäische Flüchtlingskrise wurde in diesem Jahr maßgeblich durch einen Kurswechsel der Türkei beeinflusst. Schließlich leben alleine in der Türkei rund 2,2 Millionen Flüchtlinge aus Syrien. Aufgrund der Tatsache, dass die Türken nun nicht mehr konsequent gegen die Ausreise von Flüchtlingen aus dem Land vorgehen, kommt es zu einer kleinen Völkerwanderung der Menschen in Richtung Europa.

Der Türkei spielt dies jedoch in gewissen Maße in die Karten. Dies verbessert die Verhandlungsposition der Türkei mit der Europäischen Union. Inzwischen sind sich fast alle Politiker in Europa darüber einig, dass die Flüchtlingskrise nur mit Hilfe der Türkei gelöst werden kann.

Rechtspopulisten wie Marie Le Pen auf dem Vormarsch

Aufgrund der Flüchtlingskrise und der erneuten Terroranschläge in Paris, gewinnen die Rechtspopulisten an Zulauf. Inzwischen hat die "Front National" gute Chancen, die Wahlen im Jahr 2017 zu gewinnen. Dabei scheint es der Bevölkerung auch egal zu sein, dass sich Le Pen erst im August aufgrund von fremdenfeindlicher und islamkritischer Aussagen vor einem Gericht in Frankreich verantworten musste. Im schlimmsten Fall würde ihr bei einer Verurteilung eine Haftstrafe von einem Jahr drohen. Das Urteil wird hier am 15. Dezember erwartet und es scheint aufgrund solcher Vorkommnisse eher unwahrscheinlich, dass Le Pen mit einer Strafe rechnen muss. Schließlich nehmen die Skepsis und der Hass gegenüber Muslimen und dem Islam in der Bevölkerung immer mehr zu.

Hardliner in den USA gewinnen an Zuspruch

Die Terroranschläge in Paris spielen auch Amerika in die Karten. Insbesondere Hardliner wie Donald Trump können solche tragischen Ereignisse zu ihrem Vorteil nutzen. Trump appellierte bereits nach den Anschlägen auf "Charlie Hebdo" für eine Lockerung des Waffengesetzes in Europa. Abgesehen davon, kann er islamistische Anschläge natürlich auch für seine eigene Kampagne gewinnbringend instrumentalisieren und sich die Ängste der amerikanischen Bevölkerung zunutze machen.

Durch Anschläge von Islamisten in Europa haben die USA zudem die Möglichkeit, den Konflikt im Nahen Osten in gewisser Weise auszulagern. Frankreichs Präsident Hollande bezeichnete die Anschläge von Paris bereits als Terrorakt und will verstärkt militärisch gegen den IS vorgehen. Ein Eingreifen der Franzosen und anderer europäischer Armeen, würde die Amerikaner folglich von ihren Verpflichtungen befreien. Schließlich fehlt nach Afghanistan und dem Irak die Zustimmung in der Bevölkerung für einen weiteren Krieg im Nahen Osten. Zudem profitiert Amerika natürlich auch von einem schwächeren Euro.

Aufrüstung der einheimischen Armeen

Durch Terroranschläge wie in Paris wird auch der Ruf nach einer stärkeren Kontrolle durch das Militär lauter. Allerdings werden die Militärbudgets in vielen europäischen Ländern seit Langem gekürzt. Viele Experten bemängeln, dass die Bundeswehr im Krisenfall eine Verteidigung des Landes nicht gewährleisten könne. Um dem entgegenzuwirken, müsste folglich entweder das Militärbudget deutlich gesteigert werden oder auf private Söldnertruppen zurückgegriffen werden. Davon könnte die Rüstungsindustrie profitieren.

Friedfertig in Europa lebende Muslime scheinen in dieser Konstellation jedenfalls die einzigen zu sein, für die Terroranschläge wie diese ausschließlich negative Auswirkungen haben. Es bleibt zu hoffen, dass die europäische Bevölkerung nicht damit beginnt, alle Muslime von vornherein vorzuverurteilen.

Bildquelle: Pixabay durch Unsplash unter CC0 Public Domain #Terrorismus