Immer wieder wird in Deutschland über einen bevorstehenden Rockerkrieg zwischen den #Hells Angels, Bandidos und Mongols berichtet. Alleine in Google finden sich unter dem Begriff „Rockerkrieg“ mehr als 3.000 Einträge. Oftmals ging es in den Artikeln jedoch wenn überhaupt um Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Personen. Weltweit gibt es in der Geschichte eigentlich nur zwei Ereignisse, die eine so starke Bezeichnung wie „Rockerkrieg“ verdienen würden.

Der kanadische Rockerkrieg mit den Hells Angels

Die wahrscheinlich blutigste Auseinandersetzung in der Geschichte von Motorradklubs fand von 1994 bis 2002 in der kanadischen Region Quebec statt. Es wird behauptet, dass die Hells Angels dabei die Vorherrschaft in der Region angestrebt hatten. Da dies naturgemäß nicht allen Menschen gefallen hatte, dauerte es nicht lange, bis sich Gegenbewegungen wie die „Alliance to fight the Angels“ bildeten.

Laut Polizeiangaben haben im Rahmen dieser Auseinandersetzung circa 164 Menschen ihr Leben gelassen. Insbesondere der Tod des elfjährigen Daniel Desrochers sorgte in Kanda für einen Aufschrei und eine Verschärfung der Gesetze. Der kleine Junge war als unbeteiligter bei der Explosion einer Autobombe ums Leben gekommen. Im Jahr 2009 wurden insgesamt 156 Menschen aus dem Umfeld der Hells Angels verhaftet, da diese im Verdacht standen in den sogenannten Rockerkrieg verwickelt gewesen zu sein.

Der skandinavische Rockerkrieg zwischen Bandidos und Hells Angels

Der sogenannte skandinavische Rockerkrieg zwischen den Hells Angels und den Bandidos ereignete sich in den Jahren 1994 bis 1997 und erstreckte sich von Dänemark, über Schweden bis nach Norwegen und Finnland. Elf Menschen haben während der Zeit ihr Leben gelassen. Allerdings gab es laut Polizeiangaben in dem Zeitraum 76 Mordanschläge und 96 Verletzte. Während der Auseinandersetzungen beschossen die Bandidos einige Klubhäuser der Hells Angels sogar mit Panzerabwehrraketen. Den Ursprung hatte diese Auseinandersetzung in der Expansion der Bandidos in den skandinavischen Ländern. Zum damaligen Zeitpunkt wendeten sich mit de Undertakers MC, Morbids MC und Outlaws MC in Dänemark, Schweden und Norwegen gleich drei Klubs den Bandidos zu.

Der sogenannte Rockerkrieg wurde im Jahr 1997 medienwirksam beendet, indem sich der europäische Chef der Bandidos Jim Tinndahn und der Hells Angel Bent Nielsen im Fernsehen offiziell die Hände reichten.

Krieg in Deutschland zwischen Bandidos, Mongols und Hells Angels?

In Deutschland kann allerdings von einem Krieg zwischen den verschiedenen Motorradklubs keine Rede sein. Zwar gab es in der Vergangenheit vereinzelte Auseinandersetzungen zwischen Mitglieder der Bandidos, Hells Angels und Mongols. Dabei jedoch von einem „Krieg der Rocker“ zu besprechen, wie es viele Medien tun, ist dann doch wirklich überzogen. Allerdings verwundert dies auch nicht wirklich, da die Berichterstattung in Bezug auf die meisten Motorradklubs hierzulande im Allgemeinen sehr negativ behaftet ist.

Bildquelle:Wikipedia unter CC BY-SA 2.0 durch Hic et nunc

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