In Australien kämpfen verschiedene Motorradklubs gemeinsam gegen eine Ausweitung von verschiedenen Gesetzen der Regierung. Während hierzulande häufig von den sogenannten Rocker-Kriegen zwischen #Hells Angels, Mongols und Bandidos berichtet wird. Haben sich im australischen Queensland unter dem Namen United Motorcycle Council of Queensland (UMCQ) Mitglieder von 17 Motorradklubs zusammengetan, um für eine Lockerung der sogenannten "Anti-Biker-Gesetz" zu klagen.

Seit 2013 harte Gesetze gegen Motorradklubs in Queensland

Im Jahr 2013 wurden im australischen Queensland neue Gesetze gegen Motorradklubs wie die Hells Angels, Mongols oder Bandidos erlassen. Die Gesetze besagen, dass Mitglieder von Motorradklubs keine Kutten mehr in der Öffentlichkeit tragen dürfen, nicht in Tattoo-Studios arbeiten dürfen und im Falle einer Straftat schwerer wieder auf Kaution freikommen könnten. Zudem sollte ein Gefängnis nur für Mitglieder von Motorradklubs in der Nähe der australischen Stadt Brisbane entstehen. Die Gesetze sollen nun nochmals verschärft werden. Nun sollen diese auch noch auf Sicherheitsfirmen und Abschleppunternehmen ausgeweitet werden.

Allerdings haben sich jetzt Mitglieder verschiedener Motorradklubs zusammengetan, um gegen die Gesetze zu kämpfen. Die Chancen für die Mitglieder der Hells Angels, Mongols, Bandidos und der anderen Klubs stehen dabei äußerst gut. Auch einige Menschenrechtsorganisationen kritisieren die neusten Gesetzesentwürfe der Regierung.

Mitglieder der Hells Angels, Bandidos und Finks sammeln mehr als eine Million Euro

Seit der Einführung der Gesetze wurden insgesamt 100 Mitglieder der verschiedenen Motorradklubs wie den Hells Angels oder Bandidos angeklagt. Verurteilt wurde bisher jedoch noch niemand. Wie die australischen Zeitungen Guardian und ABC News berichten, haben sich Mitglieder der verschiedenen Klubs zusammengeschlossen, um eine Klage gegen die Gesetze einzureichen.

Insgesamt rund eine Million australische Dollar haben die Mitglieder inzwischen gesammelt, um damit die Kosten für die Klage zu tragen. Dabei wurden alleine 100.000 australische Dollar von den sogenannten Yandina Five gespendet. Die fünf Männer wurden seinerzeit verhaftet, nachdem sie sich in einer Bar an der Sonnenküste getroffen hatten.

Der UMCQ hat bereits gesagt, dass die Gesetze einen starken Eingriff in die Persönlichkeitsrechte bedeuten und sämtliche Mitglieder von Motorradklubs stigmatisieren. Dabei führt die UMCQ berechtigterweise aus, dass es zwar vereinzelt zu Straftaten von Mitglieder der verschiedenen Klubs wie den Hells Angels, Finks, Bandidos oder Comacheros kommt, daraus jedoch nicht abgeleitet werden kann, dass alle Mitglieder in Motorradklubs kriminell sind.

"Entgegen der weitverbreiteten Vorurteile über Motorradklubs, macht das Fahren eines Motorrades dich nicht gleichzeitig zu einem Kriminellen. Die Mitglieder unserer Klubs kommen aus allen Schichten der Gesellschaft vom Familienvater, über den Arbeiter, bis zum Geschäftsmann.", steht berechtigterweise auf der Webseite des UMCQ.

Die Chancen, dass die Gesetze in Australien zu Gunsten der Motorradfahrer gelockert werden, stehen also gut. Vielleicht könnte so ein Urteil ja auch Signalwirkung auf andere Länder haben, so dass die zum Teil absurden Gesetze auch anderswo noch gelockert werden könnten.

Bildquelle: Pixabay unter Public Domain

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