Die beliebte Urlaubsregion Phuket will der organisierten Kriminalität durch Touristen nun den Kampf ansagen. Auslöser für diese Maßnahmen war der Mord an dem ehemaligen Hells Angels-Mitglied Wayne Rodney Schneider, der am Montag in Pattaya ermordet wurde. Dieser wurde in seiner australischen Heimat aufgrund diverser Vergehen von den Behörden gesucht. Dabei ist es jedoch nicht erwiesen, dass diese im Zusammenhang mit dem Motorradklub stehen.

Phuket hat Bandidos-Chef an australische Behörden übergeben

„Wir wurden aufgefordert in Zukunft stärker gegen kriminelle Ausländer und Mitglieder von internationalen Verbrechersyndikaten vorzugehen“, sagte der Polizeikommissar Teerapol Thipjaroen gegenüber der Phuket Gazette.

Dabei machte der Polizeichef deutlich, dass die Bekämpfung der Kriminalität in Zusammenarbeit mit der Einwanderungsbehörde, sowie dem Tourismuszentrum geschehen wird. Die Polizei möchte durch die Kooperation zukünftig einen besseren Überblick darüber gewinnen, welche Personen auf die Insel kommen und welche von ihnen sogar permanent dort leben. Zudem sind Hotelbetreiber und Vermieter zukünftig verpflichtet, Neuankömmlinge auf der Insel innerhalb von 24 Stunden an die Einwanderungsbehörde zu melden.

Zwar gilt Phuket bisher nicht wirklich als Hauptanziehungspunkt für Mitglieder von Motoradklubs wie den #Hells Angels oder den Bandidos, allerdings gab es in der Vergangenheit bereits ein paar Zwischenfälle auf der Insel. Insbesondere der Fall des ehemaligen Chefs des Bandidos Chapters aus Brisbane sorgte in Phuket für Aufsehen. Dieser wurde zu Beginn dieses Jahres von den thailändischen Behörden nach Australien ausgeliefert.

Hells Angels-Mitglied wurde in Australien gesucht

Der Grund für die verstärkten Bemühungen zur Bekämpfung von Motoradklubs in Thailand liegt in dem Mord an Wayne Rodney Schneider. Das ehemalige Mitglied des Motoradklubs Hells Angels wurde am Montag getötet. Inzwischen wurde bereits ein Haftbefehl gegen den begabten MMA-Kämpfer Antonio Bagnato erlassen. Neben Bagnato sollen insgesamt vier Menschen an dem Mord beteiligt gewesen sein. Bisher konnte die Polizei deren Aufenthaltsorte, laut Angaben der Bangkok Post, jedoch noch nicht ausfindig machen.

Auslöser für die Tat soll ein Streit zwischen Bagnato und Schneider, die beide gemeinsamen ein Fitnessstudio betrieben hatten, gewesen sein. Es ist also durchaus wahrscheinlich, dass es sich hier um eine Auseinandersetzung zwischen Geschäftspartnern gehandelt hat, die nicht in Zusammenhang mit den Hells Angels oder einem anderen Motoradklub steht.

Hells Angels und Bandidos auf Phuket nicht erwünscht

Die australische ABC News berichtet, dass Schneider im Jahr 2007, aufgrund von einer Schießerei mit einem Türsteher,  einer der meistgesuchtesten Menschen im australischen Bundesstaat New South Wales war. Zudem wurde der Australier vor sechs Jahren aufgrund von mehreren Vergehen verhaftet. Zuletzt lebte Schneider jedoch in Thailand. Das Personen mit einer kriminellen Vergangenheit zumindest auf Phuket nicht mehr erwünscht sind, verdeutlich die Aussage von Col Teerapol.

„Wir leben in einer kleinen Gemeinde und können uns Instabilität und Kriminalität nicht erlauben. Deshalb müssen wir ein klares Zeichen setzen und den Menschen klarmachen, dass Phuket kein Platz für Verbrecher ist.“, sagte Col Teerapol von der Einwanderungsbehörde in Phuket.

Update: 4.12.2015 Inzwischen wurden zwei der Täter gefasst. Ihnen droht nun eine Hinrichtung.

Bildquelle: Wikipedia unter CC BY 3.0 durch Fridolin Freudenfett

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