Im November wurden in der kanadischen Stadt Montreal 45 Menschen bei einer großangelegten Polizeiaktion gegen die organisierte Kriminalität festgenommen. Unter ihnen ein bereits inhaftierter Boss der #Hells Angels, ein stadtbekannter Anwalt, sowie der Sohn eines Mafia-Paten.

Die Polizei beschlagnahmte bei dieser Aktion insgesamt rund eine Million Euro Bargeld, sieben Kilogramm Kokain, 41 Schusswaffen, 122 Mobiltelefone und eine Harley-Davidson.

Allianz zwischen der italienischen Mafia und den Hells Angels

Wie die kanadische Zeitung Toronto Star berichtet, ging es bei der Polizeiaktion um Verbindungen zwischen den Hells Angels und der italienischen Mafia. Die Liste der Anklagepunkte ist lang und beinhaltet unter anderem Drogenhandel, die Gründung einer kriminellen Vereinigung, Geldwäsche, illegalen Waffenbesitz, Diebstahl und Auftragsmorde.

Dabei sind jedoch nicht alle festgenommenen Menschen für die gleichen Delikte angeklagt, wie der Polizeikommissar Patrick Belanger gegenüber der Zeitung verlauten ließ.

Belanger führte fort, dass in der Stadt im Jahr 2013 eine Allianz zwischen den Hells Angels, der italienischen Mafia und verschiedenen Straßen Gangs entstanden sei. In dieser Allianz ging es in erster Linie darum, die verschiedenen Bezirke unter einander aufzuteilen, um Gebietskämpfe zu vermeiden. Zudem soll sich in Montreal laut Belanger auch ein Revenue-Share Model zwischen den Gruppen etabliert haben, wonach die verschiedenen Parteien die Gewinne aus den illegalen Aktivitäten miteinander teilen.

Ehemaliger Hells Angels-Boss soll aus dem Gefängnis geführt haben

Auch den früheren Chef des Hells Angels Chapters Montreal, Maurice Boucher, erwartet im Rahmen der Ermittlungen eine Anzeige. Boucher soll einer der Hauptverantwortlichen für den sogenannten kanadischen Rockerkrieg gewesen sein, welcher von 1994 bis zum Jahr 2002 andauerte. Momentan verbüßt er für den Auftragsmord an zwei Gefängniswachen eine Haftstrafe von dreimal lebenslänglich. Dabei soll er den Mord an den Wärtern in Auftrag gegeben haben, um das Justizsystem zu schwächen.

Im Rahmen der jetzigen Ermittlungen wird Boucher vorgeworfen, aus dem Gefängnis heraus den Mord an Raynald Desjardins in Auftrag gegeben zu haben. Polizist Benoît Dubé sagte, dass es bei dem Auftrag in erster Linie darum ging, einen möglichen Konkurrenten zu eliminieren. Nun droht dem ehemaligen Chef der Hells Angels Montreal eine Verlängerung der Haftstrafe.

Bei all den Ereignissen muss jedoch hervorgehoben werden, dass selbst angesehen Journalisten von verschiedenen kanadischen Magazinen, wie beispielsweise der Montreal Gazette, erstaunt über die deutlichen Äußerungen der Polizei waren. Es wird sich zeigen, wie viele der Anklagepunkte am Ende vor Gericht überhaupt bestand haben werden.

Bildquelle: Wikipedia unter CC BY 2.0 durch Jocian

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