Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben ein Problem. Die bittere Wahrheit: Die BVG hat allein im letzten Jahr knapp 34.000 Strafanzeigen wegen Fahrten ohne Ticket gestellt. Die bekamen nur die notorischen Schwarzfahrer, also die Unbelehrbaren. Mal zum Vergleich: Im Jahr 2013 waren es gerade mal 480 Schwarzfahrer, die man strafrechtlich verfolgen ließ.

Lieber Knast statt Strafe

Berlin ist scheinbar auch Hauptstadt der Schwarzfahrer. Tendenz stark steigend! Wie nur dem U-Bahnfahrer beibringen, dass das "Erschleichen von Leistungen" eine Straftat bleibt, die nicht selten im Knast endet? Denn viele Täter zahlen nicht mal die Strafe - und gehen lieber ins Gefängnis. Der Tagesspiegel berichtete, dass die Berliner Justiz allein mit solchen Fällen immer mehr belastet wird. Und so dachte sich die BVG, machen wir auf das Problem eben im Gangster-Rap aufmerksam.

BVG-Song ist der Renner

Krasse Sache: Der BVG-Song wurde binnen weniger Tage zu einem absoluten Erfolg und ist bereits über 2 Millionen mal geklickt, geliked und geteilt worden. In dem Video rappt der #YouTube-Star Kazim Akbogas die Neuauflage seines Hits "Is mir egal". Das Video bescherte den Verkehrsbetrieben jede Menge Lob und hoffentlich mehr ehrliche Fahrgäste. BVG-Sprecherin Petra Reetz wird zum Video bei Spiegel Online zitiert: "Die Botschaft ist: Es ist egal, wie Du aussiehst, wo Du herkommst. Da benutzen wir schon mal überspitzte Bilder." Und diese Bilder haben nur ein Ziel: Kauf endlich einen Fahrschein - und gut ist. 

Und so ist die Rechtslage:

Das Erschleichen von Leistungen ist ein Tatbestand nach § 265a im Strafgesetzbuch. Dabei macht sich jene Person strafbar, die zahlungspflichtige Leistungen "der infrastrukturellen Einrichtungen" ohne ein entrichtetes Entgelt nutzt. Eine Strafverfolgung setzt grundsätzlich immer zunächst eine Strafanzeige bzw. Strafantrag voraus. Diese werden von den Verkehrsbetrieben - übrigens nicht nur von der BVG - inzwischen verstärkt gestellt.

BVG "Is mir egal" (feat. Kazim Akboga) in voller Länge:

Foto: BVG/Screen

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