Eines ist jetzt schon sicher: Diese Veranstaltung wird ordentlich Staub aufwirbeln! Die Alternative für Deutschland hat über Ihren Europaparlamentarier Marcus Pretzell eine Veranstaltung unter der Prämisse "Europäische Visionen" auf Facebook erstellt.

Kommen sollen neben ihm selbst und der Bundesvorsitzenden der Partei, Frauke Petry, auch der Vorsitzende der liberalen slowakischen Partei "Sloboda a Solitarita" und Europaparlamentarier Richard Sulik und - und das ist die rießige Überraschung - Heinz-Christian Strache, Vorsitzender der österreichischen FPÖ.

Sulik ist ein liberaler Euro-Gegner

Sulik ist bereits aus deutschen Talkshows wie "Menschen bei Maischberger" bekannt und kritisiert die Euro-Rettungspolitik scharf. Er soll wohl den Anti-Euro-Part der Programmatik der AfD bedienen. Mit diesem, etwas ins Hintertreffen geratenen Thema hatte die Partei schließlich ihre Laufbahn begonnen. Die Einladung von Sulik ist derweil keine große Überraschung: Sulik war bereits Gast auf AfD-Veranstaltungen und ist mit seiner Partei ebenso wie die AfD Mitglied der konservativen EKR-Fraktion im Europaparlament.

Mit Strache kommt ein Volkstribun

Die Einladung von Heinz-Christian Strache hingegen ist ein echter Paukenschlag: Der ehemalige Haider-Zögling genießt in Österreich insbesondere unter jungen Menschen geradezu Kult-Status. Deutlich mehr als 50 Prozent der jungen Wähler stimmen regelmäßig für seine Freiheitliche Partei (FPÖ), die sich für eine restriktive Ausländerpolitik, gegen die Euro-Rettung und für mehr direkte Demokratie einsetzt und daher von Kritikern als rechtspopulistisch oder gar rechtsextrem eingestuft wird. In Österreich ist sie längst Volkspartei: 34 Prozent würden laut aktueller Gallup-Umfrage FPÖ wählen - die österreichischen Pendants zu CDU und ÖVP liegen beide abgeschlagen bei gerade einmal 22 Prozent.

Will die AfD die deutsche FPÖ werden?

Pikant: Die FPÖ ist eben nicht wie die AfD in der EKR-Fraktion, sondern mit anderen rechtspopulistischen und rechtsdemokratischen Parteien in der "Europa der Nationen und der Freiheit"-Fraktion. AfD-Kritikern wird die Einladung Straches daher in ihrer Einschätzung bestärken, die Partei würde einen Rechtsruck vollziehen. Die AfD hingegen dürfte das wenig interessieren: Sie ist unabhängig von inhaltlichen Übereinstimmungen ohnehin auf dem besten Wege, die deutsche FPÖ zu werden: Laut aktuellen Umfragen kommt sie in Baden-Württemberg bereits auf 11,5 Prozent, in Hessen auf 12 und ist in Hamburg mit 13 Prozent sogar auf dem besten Wege, die CDU, die auf gerade einmal noch 14 Prozent kommt, als zweitstärkste Partei abzulösen.

Bildquelle: Flickr.com, Franz Johann Morgenbesser, 19. September 2003 unter CC BY-SA 2.0

 

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