Der Motorradklub Brothers MC hatte kurz nach den Silvesterübergriffen in Köln angekündigt, dass die Mitglieder verstärkt Präsenz zeigen und dadurch Frauen vor weiteren Übergriffen schützen wollen. Am vergangenen Wochenende erhielten einige Mitglieder nun Post von der Polizei, mit dem Hinweis, dass für sie während der Karnevalszeit ein Betretungs- und Aufenthaltsverbot für weite Teile der Kölner und Leverkusener Innenstadt gilt. Eines der Mitglieder hat sich nun mit einem bewegenden Post an die Öffentlichkeit gewandt.

Mitglieder des Brothers MC erhalten Verbot von der Polizei

Am 8. Januar veröffentlichte der Motorradklub Brothers MC eine Pressemitteilung in der die Geschehnisse der Kölner Silvesternacht scharf verurteilt wurden. Zudem kündigten diese an, zukünftig verstärkt Präsenz zu zeigen und Frauen vor sexuellen Übergriffen jeglicher Art, egal ob von Deutschen oder Ausländern, schützen zu wollen. Aufgrund des großen Zuspruchs und der Unterstützung aus weiten Teilen der Bevölkerung gab der Klub am 13. Januar dann bekannt, dass der Kölner Ableger des Brothers MC von nun an verstärkt um den Kölner Hauptbahnhof „gesellig etwas Luft schnappen möchte“ und auch während der Karnevalszeit einige „Spaziergänge“ plane. Dabei geht es den Klubmitgliedern laut eigener Angaben in erster Linie darum, im Notfall die nötige Zivilcourage zu zeigen.

Am 23.01 erhielten einige Mitglieder des Klubs jedoch einen Brief mit einem Betretungs- und Aufenthaltsverbot für weite Teile des Kölner und Leverkusener Stadtgebietes während der Karnevalszeit. Damit soll anscheinend probiert werden, die geplanten Bemühungen im Keim zu ersticken. Es ist nicht verwunderlich, dass sich nicht nur die Mitglieder des Brothers MC darüber echauffieren, dass diese nicht mehr in die Innenstadt dürfen, während die meisten Täter aus der Silvesternacht noch immer frei herumlaufen.

Brothers MC will dem Verbot trotzen

Nun haben sich verschiedene Mitglieder des Klubs im Internet zu Wort gemeldet. Ein besonders bewegender Post ist der von Tim K. Der ehemalige Polizist beschwert sich über das Vorgehen und kündigt an, sich über das Verbot hinwegsetzen zu wollen.

„Ich stehe jedem Menschen, egal welcher Herkunft, Rasse oder Religion, aufgeschlossen gegenüber, denn für mich zählt nur der Charakter desjenigen. Es interessiert mich nicht, woher jemand kommt, sondern nur, ob es richtig oder falsch ist. Gerecht oder ungerecht.“, entgegnet Tim K den vielen Kritikern.

 

Dieser Absatz und die Tatsache, dass eine Vielzahl der Mitglieder von Motorradklubs selbst einen Migrationshintergrund hat, sollten sich Kritiker vor Augen führen, wenn sie allen sogenannten Rockern in erster Linie fremdenfeindliche Motive unterstellen. Es ist zwar klar, dass die Behörden es nicht dulden können, wenn Bürger durch die Begehung von Straftaten eigenständig für Ordnung sorgen wollen. Doch in den Mitteilungen des Brothers MC steht nicht, dass diese durch Straftaten das Recht selbst in die Hand nehmen wollen, so dass ein Aufenthaltsverbot fragwürdig erscheint. Zudem kann davon ausgegangen werden, dass in vielen Fällen alleine die Präsenz der Motorradklubs ausreicht, um mögliche Täter abzuschrecken. In jedem Fall steht fest, dass ein Aufenthaltsverbot für Mitglieder eines Motorradklubs die seit Wochen andauernde Flüchtlingsdiskussion weiter anheizt. Solche Aktionen sorgen schließlich dafür, dass sich viele Menschen fragen, warum die Täter noch immer frei rumlaufen und nun mit Hilfe von Nebenkriegsschauplätzen probiert wird, von der eigentlichen Problematik abzulenken. Der neuste Post von Tim K. vom 29.01 verdeutlicht nochmals, dass er das Verbot in jedem Fall ignorieren wird und wird wahrscheinlich genauso viral gehen, wie der Erste. Vielleicht sollten sich die Kritiker mal fragen warum. 

 

Bildquelle: Wikimedia durch Neuwieser unter CC BY-SA2.0

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