Sisyphos hatte es nicht leicht.  Jedes mal, wenn er den Fels zur Bergspitze beförderte,  rollte dieser auf der anderen Seite ins Tal hinab.  Die ihm aufgetragene Aufgabe war so unlösbar,  wie sie sinnlos war.  

Sisyphusarbeit nennt man heute eine Tätigkeit, die kein Ende zu haben scheint und nicht zu bewältigen ist.

Immer wieder geschieht etwas, das sich für rechte Propaganda instrumentalisieren lässt und befördert den mühsam zum Gipfel gerollten Stein ins Tal zurück. 

Die Übergriffe in Köln in der Silvesternacht sind so ein Fall. Kaum eine Seite, kaum ein Artikel, bei dem in den Kommentaren die Flüchtlingspolitik nicht herhalten muss als Ursache dieser abscheulichen Vorkommnisse.

Nur werden in all der Hektik,  bei so einer vermeintlich "guten Vorlage",  viele Fehler gemacht.  Man hätte  sich in Ruhe Gedanken machen müssen,  wofür man diese abscheulichen Taten nun instrumentalisieren sollte.  

So ist ein großer Mischmasch daraus geworden.  Sowohl #Flüchtlinge, als auch "der Islam"  oder Migranten, die länger hier leben werden nun dafür als Ursache bemüht.

Von gescheiterter Flüchtlingspolitik bis hin zu Parallelgesellschaften und den Rufen nach geschlossenen Grenzen ist alles vertreten, was einem besorgten Bürger so spontan in den Sinn kommt.

Der Islam passe nun mal nicht zu Deutschland mit seinem frauenverachtenden Weltbild, aber, dass die Täter es offenbar mit dem "islamischen Weltbild" nicht ganz so genau nahmen und betrunken durch die Gegend randalierten, gerät zu einer unwichtigen Randnotiz.

Kriminalität hat keine Herkunft und keine Religion

Dass #Kriminalität herkunfts- und religionsunabhängig ist, zeigten die HOGESA bereits in Köln, als sie in der Vergangenheit die Masse dafür nutzten, um Randale anzuzetteln und bei einer Kundgebung 59 Polizisten zu verletzen.

Damals demonstrierte man gegen Salafisten, heute gegen kriminelle Flüchtlinge, die Grenzen sind fließend, eine Rolle spielt es für die Demonstranten freilich nicht.

Und auch die Demo der #PEGIDA in Köln einige Tage nach den Übergriffen musste wegen Randalen aufgelöst werden und zeigte unfreiwillig, dass hier nicht die Opfer der Silvesternacht im Mittelpunkt standen, sondern eher der Versuch die Vorkommnisse zu Propagandazwecken zu missbrauchen.

Parallel dazu organisierte sich ein Mob aus rechten Gewalttätern, um gegen "Nicht-Deutsche" ins Land zu ziehen und die Stadt zu "säubern", so der Jargon der Szene.

Statt einem Aufschrei, liest man dazu Kommentare, die an menschverachtender Gesinnung nicht zu überbieten sind. Dass "nur zwei" der angegriffenen Ausländer "lediglich ambulant"  behandelt werden mussten, sind da noch die harmloseren Varianten.

Die Politik spielt den besorgten Bürgern in die Karten

Es ist falsch, die Herkunft von Kriminellen zu verschleiern. So entsteht ein Bild, als müsste man dies tun, was jedoch nicht der Fall ist.

Warum sollten wir so tun, als gäbe es keine kriminellen Flüchtlinge? Das ist absurd, natürlich gibt es überall auf der Welt kriminelle Energien und natürlich muss der Leser darüber aufgeklärt werden, wenn er es für wichtig erachtet.

Was geschieht, wenn die Behörden meinen, von Flüchtlingen oder Migranten verübte Verbrechen verschweigen zu müssen, sieht man an der jetzigen Situation im Zusammenhang mit den Übergriffen in Köln in der Silvesternacht.

Täter müssen bestraft werden, unabhängig von Herkunft und Religion und die Bürger haben ein Anrecht darauf, jedes Detail zu erfahren, welches sie für wichtig erachten, die Berichterstattung darf keine Tabus kennen, diese sind kontraproduktiv.

Es ist naiv zu denken, dass man durch Verschleierung von Tatsachen zur Entspannung der Lage beitragen kann, eher der Gegenteil ist der Fall, wenn es dann doch publik wird, was vor allem bei solch massiven Übergriffen wie in Köln zwangsläufig geschehen musste.

Die Bürger müssen den Medien und der Politik vertrauen können, ansonsten suchen sie die vermeintliche Rettung in dubiosen Versprechen.

Wir müssen nur den Stein am Rollen halten, eventuell nutzt er sich eines Tages ab.