Im Jahr 2013 wurde Ernesto Gonzalez zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Ihm wurde vorgeworfen, in einem Schusswechsel im Jahr 2011 Jeffrey «Jethro» Pettigrew, den Präsidenten der #Hells Angels in San Jose, getötet zu haben. Nach etwas mehr als zwei Jahren im Gefängnis hat der Oberste Gerichtshof des Bundesstaates Nevada nun eine Wiederaufnahme des Prozesses angeordnet. Nun kann er im besten Fall mit einem Freispruch rechnen.

Schießerei zwischen Hells Angels und Vagos

Jeffrey Pettigrew war der Anführer der Hells Angels in San Jose. Im Jahr 2011 wurde er bei einer Auseinandersetzung mit dem rivalisierenden Motoradklub Vagos in einem Kasino in Las Vegas erschossen. Das Gericht ging bisher immer davon aus, dass Ernesto Gonzalez Pettigrew vorsätzlich ermordet hatte. Gonzalez selbst hatte immer behauptet aus Notwehr gehandelt zu haben. Seinen Aussagen nach zu urteilen, sollen mehrere Mitglieder der Hells Angels auf einen am Boden liegendes Mitglied der Vagos eingetreten haben.

„Ich hatte keine andere Wahl. Wenn ich nicht eingegriffen hätte, dann hätten sie meinen Bruder zu Tode geprügelt.", sagte Vagos während des Gerichtsprozesses zu seiner Verteidigung. Das Gericht schenkte ihm jedoch keinen Glauben und verurteilte Ernesto Gonzalez zu einer lebenslangen Haftstrafe. Der Richter und die Geschworenen waren davon überzeugt, dass der Mord an Pettigrew geplant war, um die anhaltenden Spannungen zwischen den Hells Angels und den Vagos in Kalifornien zu beseitigen.

Fehler im Prozess gegen den Hells Angels-Mörder

Nun wird der Prozess gegen Ernesto Gonzalez jedoch neu aufgerollt. Das oberste Gericht in Nevada entschied sich aufgrund mehrerer Ermessensfehler für diesen Schritt. Der Anwalt von Gonzalez sagte, dass einige Vagos Mitglieder die Ermordung des Hells Angels-Präsidenten Jeffrey «Jethro» Pettigrew geplant hätten, Gonzalez selbst jedoch von den Plänen nichts gewusst habe. Als Konsequenz könne er auch nicht wegen Vorsatz verklagt werden.

Zwar steht es außer Frage, dass Gonzalez den Präsidenten der Hells Angels in den Rücken geschossen und getötet hat, allerdings ist es nicht klar, ob dies tatsächlich in Notwehr oder als Vorsatz geschah. Dementsprechend wird nun der neu aufgerollte Prozess Klarheit über das Strafmaß geben müssen, so dass die Verurteilung bezüglich des vorsätzlichen Mordes vorerst hinfällig ist. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass Ernesto Gonzalez sogar freigesprochen wird.

Bildquelle: Flickr unter CC BY-2.0 durch SalFalko

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