Die #Hells Angels haben mit der Eröffnung eines Klubhauses in der 16.500 Einwohner Stadt Nyborg eine öffentliche Debatte ausgelöst. Während die Stadt die Mitglieder des Motorradklubs schnellstmöglich wieder vertreiben will und keine Gelegenheit auslässt, diese zu diffamieren und mit illegalen Aktivitäten in Verbindung zu bringen, hat sich ein Großteil der Bevölkerung mit den Hells Angels solidarisiert und die Polizei kritisiert. Insbesondere vor dem Hintergrund der sich verstärkenden Flüchtlingskrise haben viele Einwohner die Polizei darauf hingewiesen, sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren. Schließlich sind erst vor einigen Woche über 500 neue #Flüchtlinge in Nyborg angekommen. Nun haben die Hells Angels sich offiziell bei den Unterstützern bedankt und eine Stellungnahme abgegeben.

Hells Angels sind der Bevölkerung für Support dankbar

Hells Angels Sprecher Jørn Jønke Nielsen hat sich nun auf der Webseite des Klubs und in der dänischen Zeitung Fyens Stiftstidende für die öffentliche Unterstützung bedankt.

„Wir sehen uns seit langer Zeit den Anschuldigungen von Politikern und Polizei ausgesetzt und nicht zuletzt die Medien vergiften mit ihrer Berichterstattung die Meinung über unseren Motorradklub. Die Gründe hierfür sind vielfältig und reichen vom Wählerfang für Politiker bis hin zu höheren Absatzzahlen für die Zeitungen. Die momentane Diskussion droht sich jedoch auf die Frage von „ihnen oder uns“ zu versteifen und darüber sind wir nicht glücklich. In jedem Fall möchten wir uns ganz herzlich für die Unterstützung aller Menschen bedanken. In diesem Zusammenhang wollen wir auch klarstellen, dass wir nicht in die Stadt gekommen sind um Straftaten zu begehen.“, so Jønke Nielsen in der Pressemitteilung der Hells Angels.

Hells Angels beziehen Stellung zur Flüchtlingskrise

In Dänemark, wie in anderen Teilen Europas bereitet die Flüchtlingsproblematik den Bürgern zunehmend Kopfzerbrechen. Viele Menschen in Nyborg hatten gesagt, dass die Hells Angels ihnen Schutz bieten würden, vor durch Flüchtlingen verübter Kleinkriminalität. In der Pressemitteilung bezog Jørn Jønke Nielsen auch hierzu Stellung.

„So wie die meisten Bürgern in diesem Lande, sind auch viele unserer Mitglieder über die aktuellen Entwicklungen besorgt. Insbesondere die Tatsache, dass so viele Flüchtlinge und Migranten in einem so kurzen Zeitraum in unser Land kommen, verstärkt die Angst vor einem Kulturkampf. Allerdings ist es sehr wichtig klarzustellen, dass es nicht die Schuld der Flüchtlinge ist, dass diese nach einem sicheren Zufluchtsort suchen. Daher sollten die Menschen ihre Wut auch gegen diejenigen richten, die für diese Situation und die Ströme verantwortlich sind. Nämlich die Politiker in Dänemark und anderen europäischen Ländern, sowie der aggressiven Politik der USA und der Nato, welche zu einem Zusammenbruch in Libyen und Syrien geführt hat. Doch auch die europäischen Handelsbarrieren, die Ölindustrie, die Ausbeutung Afrikas und insbesondere die rücksichtslose Rüstungsindustrie tragen eine große Schuld an dieser Misere.“, so Jørn Jønke Nielsen in der Pressemitteilung der Hells Angels.

Mit diesem Statement setzt der Motorradklub ein starkes Zeichen in der Flüchtlingskrise und probiert die oftmals sehr einseitige Berichterstattung hinsichtlich des Klubs richtigzustellen. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass die meisten traditionellen Medien sich dieser Nachricht nicht annehmen werden und stattdessen lieber über den „Krieg“ zwischen den Hells Angels und den Mongols schreiben und so die vorhandenen Vorurteile hinsichtlich der Motorradklubs nur noch weiter verstärken werden.

Bildquelle: Wikimedia CC BY 3.0 durch Sporti

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