Motorradklubs wie die #Hells Angels, Red Devils oder Brothers MC spalten dieser Tage die Nation. Während die Klubs für ihr Handel von der Bevölkerung immer mehr Zuspruch erhalten, lassen Polizei, Politik und Medien keine Gelegenheit aus, um dessen Absichten in Frage zu stellen. Dabei fallen Mitglieder von Motorradklubs nicht erst seit der Flüchtlingskrise durch ein starkes gesellschaftliches Engagement auf.

Politik zweifelt an Absichten der Red Devils

Die Ankündigung der Red Devils und anderer Motorradklubs in der Flüchtlingskrise durch Bürgerwehren für Sicherheit zu sorgen, schlägt weiter hohe Wellen. SPD-Mitglied Hellmut Dinkelaker meint dazu, dass ihm der wachsende Zuspruch in der Bevölkerung für die Rocker Sorgen bereiten würde und Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall sprach davon, dass Deutschland keine Unterstützung von „solchen Leuten“ braucht. Schließlich sei die Rockerkriminalität einer der Schwerpunkte der polizeilichen Arbeit. Dementsprechend passt es ins Bild, dass der Leiter der Polizeidirektion Tuttlingen davon überzeugt ist, dass die Red Devils und andere Motorradklubs die Situation lediglich ausnutzen würden, um sich in ein positives Licht zu rücken.

Vergessen wird dabei jedoch, dass die Red Devils, Hells Angels, Gremium MC und andere Motorradklubs sich schon lange für die Gesellschaft engagieren. Allerdings werden die guten Taten meist abseits der Öffentlichkeit durchgeführt, so dass ganz klar die Tat an sich und nicht die Absicht von positiver Presse im Vordergrund steht.

Hells Angels werden an Spendenaktionen gehindert

Ganz egal ob Sach-, Geld-, Blut- oder sonstige Spenden, Mitglieder von Motorradklubs helfen den schwächsten in der Gesellschaft auf unterschiedlichste Weise. So haben die Hells Angels in Walsrode erst kürzlich Spenden für Obdachlose gesammelt und die Hells Angels in Ostheim haben Kindern in Kinderheimen zu Weihnachten mit Sachspenden unterstützt. Der Krefelder Ableger des Gremium MC hat sogar einen an Lungenkrebs erkrankten Jungen für mehr als zwei Jahre bis zu dessen Tod unterstützt.

Allerdings werden manchmal Spendenaktionen von den Behörden verhindert. Erst vor wenigen Tagen haben diese in Rottweil eine Benefizveranstaltung zugunsten krebskranker Kinder kurzfristig abgesagt, da sich das Logo der Red Devils auf den Werbematerialien befand und auch in Leipzig wurde im Jahr 2010 eine Spendenaktion der Hells Angels für den Verein Straßenkinder e.V. kurzerhand von den Behörden abgesagt. In Köln soll der Brothers MC an einer Bürgerwehr gehindert werden, indem die Mitglieder für die Karnevalszeit sogar einen Platzverweis für die Innenstadt erhalten haben.

Spendengelder für kranke Kinder

Zum Glück gibt es jedoch auch genügend Beispiele in denen Mitglieder von Motorradklubs mit ihren Spenden Leben verändern können. Insbesondere die organisierten Ausfahrten haben den verschiedensten Hilfsorganisationen in den letzten Jahren mehre Millionen Euro eingebracht.

In der Nähe von Braunschweig finden beispielsweise seit nunmehr 17 Jahren die Eichsfelder Bikertage statt. Dabei werden Startgeld und die Erlöse der Party an die „Elternhilfe für das krebskranke Kind Göttingen e.V.“ gespendet, welche durch die Hilfe der Motorradfahrer schon mehr als 200.000 Euro an Spendengelder erhalten hat. Auch Biker4Kids In NRW stellt mit dem „Biker4Kids Motorradkorso“ seit 2006 jedes Jahr neue Spendenrekorde auf. Allein im Jahr 2015 fuhren die Motorradfahrer über 70.000 Euro für den ambulanten Kinderhospizdienst in Düsseldorf und direkt betroffene Familien ein und auch der in Hamburg seit dem Jahr 2007 stattfindende Charity Ride hat bisher mehr als 50.000 Euro für das dortige Kinderkrebs-Zentrum eingenommen.

Dies sind nur drei Beispiele in denen Motorradklubs durch ihre Spendengelder großes bewegen, wobei es  jährlich unzählige gibt. Dem weitverbreiteten Bild des kriminellen Rockers, der durch illegale Aktivitäten sein Geld verdient, entsprechen dabei allerdings weder die Aktionen noch die große Mehrheit der Teilnehmer.