Nach den Übergriffen in Köln und anderen deutschen Städten schwindet das Vertrauen vieler Bürger in den Staat und die Polizei. Einige Mitglieder von Motorradklubs wie den #Hells Angels, Bandidos, Mongols und deren Unterstützer haben nun angekündigt, sich zukünftig verstärkt im Rahmen von Bürgerwehren für die Sicherheit der Bevölkerung einsetzen zu wollen. Während dies in den sozialen Netzwerken wohlwollend aufgenommen wird, fallen die Medien und die Polizei durch Panikmache auf.

Unterstützer der Hells Angels wollen in Baden-Württemberg helfen

Mehrere Ableger des Motorradklubs der Red Devils MC haben angekündigt sich zukünftig für die Sicherheit der Bürger engagieren zu wollen. Der Unterstützerklubs der Hells Angels aus Rottweiler schrieb auf Facebook „Solidarität für Deutschland – Wir helfen wo wir können“. Sowohl die Tatsache, dass Mitglieder von Motorradklubs wie den Hells Angels, Mongols, Bandidos und dessen Unterstützer soziale Verantwortung übernehmen wollen als auch die breite Zustimmung für die Idee in den sozialen Netzwerken, versetzt die Polizei allerdings in Angst und Schrecken.

Wie verunsichert die Bevölkerung jedoch ist, verdeutlicht eine Umfrage der Schweizer Zeitung Thurgauer Tageblatt. In dieser gaben mehr als 60% der Befragten an, dass sie sich durch die Entstehung von Bürgerwehren sichererfühlen würden. Doch anstatt die Sorgen der Bevölkerung ernst zu nehmen und zu handeln, konzentrieren sich Behörden und Medien lieber darauf, die Mitglieder der Motorradklubs in ein schlechtes Licht zu rücken.

Behörden reagieren mit Angst auf die Ankündigungen der Hells Angels-Unterstützer

Der Südkurier zitiert Reinhold Gall mit den Worten, dass die von den Motorradklubs organisierten Bürgerwehren eine Gefahr von Willkür und Selbstjustiz bergen und Hilfe von solchen Herrschaften nicht geleistet werden kann, da diese normalerweise ständig die Polizei und Gerichte beschäftigen würden. Die Tuttlinger Polizei spricht laut der NRWZ sogar davon, dass die Rocker die Geschehnisse in Köln ausnutzen würden, um sich positiv darzustellen und betont, dass die Sicherheit eine Sache der Polizei bleibt.

Dies ist natürlich völlig richtig, sofern die sogenannten Rocker ihre Hilfe denn tatsächlich durch die Begehung von Straftaten durchsetzen wollen. Gewaltbereitschaft und Fremdenfeindlichkeit werden ihnen bisher jedoch in erster Linie durch die Medien und die Behörden unterstellt. Dass dies jedoch nicht der Fall zu sein scheint, beweist der offene Brief der Hells Angels in Dänemark. Diese distanzieren sich nämlich in aller Deutlichkeit von Fremdenhass und rufen die Bevölkerung zu einem differenzierten Umgang mit Flüchtlingen auf.

Selbstjustiz im Hamburger Rotlichtviertel

Vielleicht haben die Bedenken ihren Ursprung in Hamburg, wo im Oktober 2014 mehrere Zuhälter das Gesetz in die Hand nahmen. Als Konsequenz von systematischen Raubüberfällen von Freiern durch Flüchtlingsbaden auf der Reeperbahn, sollen diese in einer Nacht an verschiedenen Orten fünf Flüchtlinge zusammengeschlagen haben. Die Polizei wusste, dass sich minderjährige Flüchtlinge organisiert hatten und systematisch Straftaten begingen. Eingeschritten hatte diese trotz mehrfacher Warnung der Kiezgrößen jedoch nicht, so dass diese sich zum Schutz der Geschäfte zum Handeln gezwungen sahen. Die Taten hatten Signalwirkung und schreckten andere Täter von der Begehung weiterer Straftaten ab. Dass die eingesetzte Gewalt weder strafrechtlich noch moralisch richtig ist, steht dabei jedoch außer Frage. Allerdings kann sowieso davon ausgegangen werden, dass von den Hells Angels, Bandidos, Mongols oder anderen Motorradklubs organisierte Bürgerwehren auch ohne Gewalteinsatz, eine abschreckende Wirkung auf die meisten Kleinganoven haben dürften.

Bildquelle: Wikicommons unter CC BY 2.0 durch Craig Howell

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