Bei Twitter hat das Hashtag #almanhass es innerhalb weniger Stunden zum Trending Topic geschafft. 

Es fing an mit dem Tweet eines Users mit dem Profilnamen "Can".

Frei übersetzt bedeutet das so viel wie "So Gott will heute Deutsche in Disneyland schlachten".

Auf den ersten Blick ein sehr geschmackloser Beitrag, der verstörend wirkt, unabhängig davon, ob es nun Satire sein sollte oder nicht.

Die Bild geht der Sache auf den Grund oder doch nicht?

Die Bild sieht sich sogar gezwungen der Sache auf den Grund zu gehen und rätselt, ob das nun ein Gag oder doch als ernst gemeinte "Terrordrohung" zu verstehen ist.

Beim Artikel der Bildzeitung bekommt man den Eindruck, dass die Aktion seitens der Nutzer "teils nicht deutscher Abstammung" (Bild) darauf abzielt "#Rassismus gegen Deutsche" zu schüren, wobei "nicht alle Tweets ... so vulgär und hetzerisch" (beide Bild) seien.

Zwar wird erwähnt, dass es durchaus auch lustige Tweets unter dem Hashtag #almanhass gibt, die absichtlich mit Vorurteilen spielen, jedoch wird nicht wirklich aufgeklärt, was es nun damit auf sich hat, sondern der Leser bleibt mit der Spekulation auf sich allein gestellt.

Die Unsicherheit bleibt und macht sich auch in Kommentaren bemerkbar, die sich fragen, warum man nicht auswandert, wenn man so einen Hass auf Deutsche verspüre.

Der Focus macht seine Aufgabe dann besser

Immerhin schafft es der Focus dann die Person auf dem Foto des Users "Can" als den deutsch-palästinensichen Gangster-Rapper Massiv zu identifizieren.

Bekannt geworden durch einschlägige Titel wie "Wenn der Mond in mein Ghetto kracht", war Massiv in den Medien vor allem nach dem Attentat auf ihn in Berlin im Jahre 2008 präsent, als ein Unbekannter Schüsse auf ihn abfeuerte.

Das Problem ist nur, dass "Can" nicht der Twitterccount von Massiv ist.

Richtigerweise ordnet der Focus "Die User, die den Hashtag ins Rollen gebracht haben" (Focus) der Online-Community von RapUpdate zu, eine Seite, die sich dem Thema HipHop widmet.

Die Nutzer, die sich öfter an sogenannten Shitstorms beteiligen, werden von Focus als "Troll-Armee" (Focus) bezeichnet.

Ein Troll ist im #Internet eine Person, die absichtlich provoziert und kein Interesse daran hat, sich mit anderen Teilnehmern konstruktiv auszutauschen.

Massiv meldet sich nach Bild-Artikel bei Facebook zu Wort

Der Rapper macht seinem Ärger bei #Facebook Luft und meldet sich zu Wort:

Berechtigt erscheint der Ärger darüber, dass die auflagenstärkste Zeitung Deutschlands und damit zwangsläufig für die Meinungsbildung vieler Bürger mitverantwortlich, auf einen Troll-Beitrag rein fällt und ohne tiefgründigere Recherche diesen der Öffentlichkeit präsentiert, ohne jedoch den Leser aufzuklären, wer oder was dahinter steckt.

Dieses Vorgehen ist vor allem in der heutigen angespannten Lage sehr gefährlich.

Die Medien haben eine Verantwortung zu tragen

Es bringt nicht viel, wenn man Aktionen ins Leben ruft und Sticker an Bundesligavereine verteilt, nachdem man, zum Teil durch populistische Beiträge oder nicht ausreichende Recherche, selbst zumindest mitverantwortlich ist für viele "besorgte" Stimmen der Bürger.

Nicht erst seit der Silvesternacht in Köln und den medialen Umgang mit dem Thema, sollte uns klar sein, welchen Einfluss die Medien auf das alltägliche Leben und die Stimmung im Land haben.

Es wäre durchaus erwähnenswert gewesen, dass, abgesehen von dem geschmacklosen Ursprungsbeitrag, in dem das Hashtag verwendet wurde, durchaus die Mehrheit und nicht einige wenige der Tweets offensichtlich Satire sind und mit Klischees spielen.

Der Nutzer  z.B. benutzt das Klischee, um es übertrieben ins Lächerliche zu ziehen.

Aber auch folgende Tweets sind harmlos und offensichtlich nicht ernst gemeint:

Zum einen ist Satire nicht immer sofort ersichtlich, zum anderen praktizieren nicht alle Leser es, mehrere Quellen zu betrachten, bevor sie sich ein Urteil bilden, deshalb darf so etwas halbherzig Recherchiertes nicht einfach so nach außen getragen werden, vor allem nicht von einem deutschlandweit bekannten Medium.