Mitglieder der Hells Angels und anderer Motorradklubs werden seit den Übergriffen in Köln von der Politik und den Medien immer häufiger in die rechte Ecke gedrängt. Dem Borthers MC wurde für die Karnevalszeit sogar ein Aufenthaltsverbot für die Kölner Innenstadt erteilt. Die Tatsache, dass sich viele Mitglieder von Motorradklubs bereits deutlich von Fremdenfeindlichkeit distanziert haben, wird hingegen völlig außer Acht gelassen.

Hells Angels werden gezielt mit der rechten Szene in Verbindung gebracht

Es ist schon erstaunlich, wie Mitglieder von Motorradklubs dargestellt werden. Neben den standardmäßigen Berichterstattungen über die sogenannten „Rockerkriege“ zwischen #Hells Angels und Mongols, sowie ihren angeblichen kriminellen Aktivitäten, werden ihnen seit Silvester auch ganz bewusst reine rassistische Grundeinstellung attestiert.

Die RP-Online schrieb beispielsweise am 18.01 in einem Bericht über die Bürgerwehren in Mönchengladbach, dass sich vermehrt Rechtsextremisten unter die besorgten Bürger mischen würden und zieht als Beweis heran, dass eine Person in den vielen Facebook-Gruppen auf seinem Profilbild mit einer SS-Uniform zu sehen ist und ein anderes Mitglied in derselben Gruppe eine Hells-Angels-Supporter-Mütze auf seinem Profilbild trägt. Warum ausgerechnet diese beiden Bilder verglichen wurden, bleibt jedoch ein Geheimnis. Auf dieser Argumentationsgrundlage könnte schließlich auch behauptet werden, dass alle Brillenträger rechtsradikal sind, da zehn Gruppenmitglieder grüne Brillen trugen. Doch die RP Online ist mit ihrem Quervergleich nicht alleine. Auch die Webseite Sozialismus.info schrieb am 21. Januar in einem Bericht „Nazis, Hooligans, Hells Angels und andere Verbrecher… sind selber Sexisten und missbrauchen die Opfer der Silvesternacht, um Hetze und Gewalt gegen MigrantInnen zu verbreiten.“.

Dabei berief sich das Magazin auf die Ereignisse in Köln am 10. Januar, wo sich mehrere Menschen angeblich gezielt Jagd auf Ausländer gemacht hatten. Hierzu schrieb die Süddeutsche am 11. Januar, dass die Polizei im Rahmen der Vorfälle insgesamt 153 Personen überprüft hatte, wobei einige von ihnen in der Vergangenheit durch rechtsextreme Straftaten aufgefallen sind und zwei der 153 Menschen Mitglieder der Hells Angels gewesen sein sollen. Möglicherweise waren jedoch auch Mitglieder aus Karnevalsvereinen unter den kontrollierten Personen, so dass wir auf Grundlage der Argumentation annehmen müssten, dass alle Mitglieder von Karnevalsvereinen rechtsradikal sind und der diesjährige Karneval somit zum größten Aufmarsch von rechtsextremen aller Zeiten werden könnte.

Brothers MC und Hells Angels distanzieren sich von Rassismus

Was in der Berichterstattung der Medien jedoch nie erwähnt wird, ist die Tatsache, dass sich mehrere Motorradklubs bereits ganz deutlich von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit distanziert haben.

Der Brothers MC Germany schrieb in einer Pressemitteilung beispielsweise, dass es lächerlich sei von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu sprechen, da die Mitglieder des Motorradklubs aus den verschiedensten Nationen kommen. Allerdings haben die Mitglieder des Brothers MC alle gemeinsame Moral und Wertevorstellungen, in denen der Einsatz für Freiheit und Zivilcourage selbstverständlich ist. Was daran falsch sein soll, nicht wegzusehen, wenn Unrecht geschieht oder Frauen belästigt werden.

In Dänemark haben sich die Hells Angels sogar noch deutlicher von jeglicher Art der Fremdenfeindlichkeit distanziert. In einer Pressemitteilung hob der dänische Pressesprecher Jørn Jønke Nielsen hervor, dass die Mitglieder des Klubs zwar Bedenken aufgrund der hohen Flüchtlingszahlen haben, es jedoch nicht die Schuld der Flüchtlinge sei, dass diese in einem fremden Land Zuflucht suchen müssen. Vielmehr seien Politik und Wirtschaft dafür verantwortlich, so dass sich die Wut nicht gegen die Einwanderer richten dürfe.

Trotz der Tatsache, dass Motorradklubs vielen Bürgern helfen, finden leider nur negative Meldungen in den Medien Beachtung.

Bildquelle: Wikipedia durch SliceofNY unter CC BY 2.0