Es ist wirklich paradox, wie die Prioritäten in Deutschland heutzutage gesetzt werden. Während es in Köln auch während der Karnevalszeit zu über 400 Körperverletzungen, mehr als 60 Nötigungen, sowie mindestens 30 sexuellen Belästigungen und mehreren Vergewaltigungen kam, hatte die Polizei immer noch genug Ordnungshüter zur Hand die sich mehrere Stunden um die Durchsetzung eines Platzverweises für Mitglieder des Brothers MC kümmern konnten.

Mitglieder des Brothers MC erhalten Aufenthaltsverbot

In den letzten Wochen schlug ein Aufenthaltsverbot für Mitglieder des Brothers MC in den sozialen Netzwerken hohe Wellen. Nachdem diese Anfang Januar ankündigten aufgrund der Silvesterübergriffe verstärkt Präsenz rund um den Kölner Hauptbahnhof zeigen zu wollen, ereilte Mitglieder des Brothers MC am 23. Januar ein Betretungsverbot der Kölner Innenstadt für die Karnevalszeit. Angesichts der Tatsache, dass diese weder zu einer Straftat aufgerufen noch irgendwelche Straftaten begangen hatten die ein solches Vorgehen gerechtfertigt hätten, rief das Verbot bei vielen Menschen lediglich Kopfschütteln hervor. Pressesprecher Tim K. sprach im Anschluss mit seinen emotionalen Posts tausenden Bürgern aus der Seele, als er ankündigte, sich über das Verbot hinwegsetzen zu wollen und darauf hinwies, dass viele der Täter aus der Silvesternacht noch immer frei herumlaufen würden.

 

Polizei verhaftet Mitglied des Brothers MC an Rosenmontag

 „Ich habe nichts getan und darf nicht zum Karneval und andere, die möglicherweise mit gegrabscht, vergewaltigt und geraubt haben, werden noch offiziell eingeladen?... Ich fahre unverkleidet, trinke ohnehin keinen Alkohol und habe nicht vor, irgendwelche Straftaten zu begehen, Frauen zu begrabschen, geschweige denn "Flüchtlinge" zu jagen.“, heißt es in einem der Posts des Brothers MC Pressesprechers. Am Montag ließ er seinen Worten dann Taten folgen, wobei die Reaktionen ebenso skurril wie vorhersehbar waren. Nachdem dieser am Nachmittag Fotos auf den Kölner Ringen gemacht hatte, wurde er von insgesamt vier Polizisten festgenommen. Dabei wurde er durchsucht, seine Handys ausgelesen und knapp neunzig Minuten festgehalten. Zudem wollten die Polizisten ihn einsperren und eine erneute Geldstrafe in Höhe von 500 Euro aufbrummen, sofern er dem Platzverweis nicht nachkommen würde.

Brothers MC als Sinnbild für unsere Gesellschaft

 „Ich habe noch keine Frau begrabscht in meinem Leben. Wenn ich sehen würde, dass so etwas passiert, dann würde ich helfen und nicht wegschauen. Ich habe weder eine Straftat begangen, noch habe ich dazu aufgerufen. Ich war nüchtern, keineswegs aggressiv und habe letztendlich nichts getan. Und dann verbietet Ihr mir in Köln zu sein?“, fragt Tim K. in seinem Post. Dabei wirft dieses Vorgehen die berechtigte Frage auf, ob die Durchsetzung des Aufenthaltsverbotes eines Mitgliedes des Brothers MC tatsächlich vier Polizisten für mehr als eine Stunde beschäftigen sollte. Schließlich ging von diesem keine akute Bedrohung der Allgemeinheit aus, wobei andere Straftaten in dieser Zeit aufgrund der Ressourcenbindung wahrscheinlich ungeahndet blieben.

Angesichts des bisherigen Vorgehens gegen Tim K. und den Brothers MC ist dieser Vorfall jedoch wenig erstaunlich und unterstreicht lediglich einmal mehr wie willkürlich der Staat in Teilen handelt. Einige Nutzer unterstellen Tim K. in ihren Kommentaren ein Selbstdarsteller zu sein oder durch solche Posts nur den Verkauf seiner Bücher ankurbeln zu wollen. Hierbei wird jedoch vergessen, dass er dadurch gezielt auf Probleme in Deutschland hinweist und die Menschen in erster Linie sensibilisieren möchte. Immerhin könnte ein solches Verhalten jeden betreffen. Zudem erscheint es schon fragwürdig, dass vor dem Hintergrund einer erhöhten Terrorgefahr, der Silvesterübergriffe in Köln und einer sich zuspitzenden Flüchtlingskrise ausgerechnet jetzt Rocker in den Blickpunkt der Medien geraten und gefühlt eines der größten Sicherheitsrisiken in unserer Gesellschaft darstellen sollen.

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