Mitglieder der Hells Angels, Bandidos oder Mongols genießen in weiten Teilen der Gesellschaft nicht den besten Ruf. Häufig werden diese als kriminelle vorverurteilt und mit illegalen Aktivitäten in Verbindung gebracht. In Japan beeindrucken einige Rocker zurzeit jedoch durch ihr großes Herz und den unermüdlichen Einsatz für die ärmsten Menschen in der Gesellschaft.

Rocker helfen nach Katastrophe in Japan

Fünf Jahre ist es bereits her, dass ein Erdbeben der Stärke Neun Japan erschüttert hat. Während die meisten Hilfsorganisationen sich kurze Zeit nach der Katastrophe wieder aus der Krisenregion zurückgezogen haben, stechen die Helfer der Gruppering „Support the Underground“ durch ihren unermüdlichen Einsatz heraus. Die Organisation besteht hauptsächlich aus Menschen, die sich selber als Verbrecher und Rocker bezeichnen. Doch genau hierfür schätzen die Einwohner die fleißigen Helfer. Schließlich gelingt es der Gruppierung wie kaum einer Anderen freiwillige aus dem ganzen Land für die noch immer benötigten Hilfsarbeiten zu rekrutieren.

Mehr als 2.000 Rocker beteiligen sich

Support the Underground wurde laut Angaben der Japan Times kurz nach der Katastrophe von dem 49-jährigen Tomohiro Narita ins Leben gerufen. Der begeisterte Motorradfahrer und Betreiber eines Motorrad-Shops kommt selbst aus der Region. Daher war es für ihn selbstverständlich sich zu engagieren. Das beeindruckende an dem Projekt ist , dass Mitglieder der verschiedenen und oftmals verfeindeten Motorradklubs ihre Rivalität für die Erreichung der gemeinsamen Ziele überwunden haben und Hand in Hand arbeiten.

„Nach der Katastrophe habe ich sofort meine Freunde angerufen. Ich dachte, dass auch wir als sogenannte Verbrecher etwas tun können.“, wird Narita von der Zeitung zitiert. Obwohl die Katstrophe nun schon ein halbes Jahrzehnt zurückliegt, versammeln sich die Helfer noch immer an jedem letzten Sonntag im Monat, um den Betroffenen in der Region zu helfen. Insgesamt mehr als 2.000 Rocker aus dem ganzen Land haben sich bisher an der Aktion beteiligt. Dabei konzentriert sich die Gruppe insbesondere auf Hilfsarbeitern, die von der Regierung oder den großen Hilfsorganisationen vernachlässigt werden. Die Bevölkerung dankt es den Rocker in jedem Fall und ist froh darüber, dass die Ereignisse nicht komplett in Vergessenheit geraten sind.

Hells Angels helfen nach Flutkatastrophe

So verwunderlich die Geschichte der hilfsbereiten Rocker für viele Menschen auch sein mag, sie ist bei Weitem keine Seltenheit. Auch in Deutschland haben die Hells Angels im Rahmen der Hochwasserkatastrophe im Jahr 2013 großes soziales Engagement bewiesen. Damals machten sich mehrere Mitglieder des Motorradklubs von Duisburg auf den Weg nach Colditz, um den Einwohnern bei den Aufräumarbeiten nach der Flutkatastrophe unter die Arme zu greifen. Die Mitglieder der #Hells Angels beseitigten stundenlang Schlamm. stellten Zäune auf und räumten die geflutete Technik des Maschinenbaumeisters Peter Bulnheim auf.

„Ein Bus aus Leipzig mit 100 Helfern war auf dem Weg zu uns in einen anderen Ort abgebogen. Da waren wir für jede Hilfe dankbar. Die Rocker haben richtig rangeklotzt, waren wirklich eine große Unterstützung“, sagte Feuerwehrchef Kirchhof damals gegenüber derwesten.de. Dies sind nur zwei beeindruckende Beispiele. Weltweit gibt es eine Vielzahl von Beispielen in denen Mitglieder der Hells Angels oder anderer Motorradklubs die weitverbreiteten Stereotypen widerlegen.

Bildquelle: Motorcycle Rider by Peter Griffin unter Public Domain auf publicdomainpictures.net