Reicht der Kontakt zu Mitgliedern der #Hells Angels oder anderer Motorradklubs bald schon aus, um seinen Job zu verlieren? Wie der Radiosender Radio 1 berichtet, planen niederländische Politiker eine entsprechende Gesetzesänderung. Anstatt Vorstrafen und eines schlechten Führungszeugnisses könnte dann bereits der Kontakt zu Mitgliedern von Motorradklubs wie den Hells Angels, der Mongols oder des Brothers MC ausreichen, um für bestimmte Jobs abgelehnt oder sogar gekündigt zu werden. Der Grund liegt in einer geplanten Veränderung im Auswahlprozess. Demnach soll nicht mehr nur das polizeiliche Führungszeugnis bei der Bewertung herangezogen werden, sondern auch andere über die Person verfügbare Daten, wie verschiedene niederländische Meiden berichten. Diesen Beschluss gab der niederländische Staatssekretär des Justizministeriums Klaas Dijkhoff in dieser Woche bekannt.

Hells Angels als Sicherheitsrisiko?

„Wenn eine Person gerne Lehrer werden möchte, allerdings in der Vergangenheit bereits durch pädophiles Verhalten aufgefallen ist, hierfür jedoch gerichtlich nicht verurteilt wurde, dann ist dieser Mensch höchstwahrscheinlich nicht dazu geeignet mit Kindern zu arbeiten. In diesem Fall ist es doch besser jegliches Risiko von Beginn an auszuschließen, oder etwa nicht?“, so Barry Velders von der niederländischen Justizbehörde. „Wenn eine Person Kontakt mit den Hells Angels oder anderen kriminellen Rockern hat, ist er wahrscheinlich nicht dafür geeignet in Behörden, geschweige denn als Polizist oder Gefängniswache zu arbeiten.“, wird Velders weiter von der Radiostation zitiert.

Solch ein Kontakt ist allerdings berechtigterweise keine Straftat, so dass in diesem Fall auch ein tadelloses Führungszeugnis vorliegen würde. Dementsprechend braucht es laut den niederländischen Behörden neue Ausschlusskriterien für Angestellte und potentielle Bewerber, um auch diese "schwarzen Schafe" auszusieben. Dabei ist der Vergleich der Rocker mit den Pädophilen jedoch völlig unverständlich. Zudem ist es nur sehr schwer nachvollziehbar, warum der reine Kontakt zu Menschen aus einem anderen Milieu einen Bewerber per se disqualifizieren sollte. Schließlich sind die Hells Angels keine Gefahr für die Allgemeinheit. Bisher ist die Gesetzesänderung lediglich ein Vorschlag und es bleibt zu hoffen, dass sich daran auch nichts ändern wird. Schließlich würden mit solchen Änderungen der Willkür des Staates Tür und Tor geöffnet werden.

Kontakt zu den Hells Angels kosten Mitglied des Brothers MC den Job

Dabei verdeutlicht nicht nur das Beispiel des ehemaligen Polizisten Tim K., dass es nicht einmal solche Gesetze braucht, um auch heute schon gegen Menschen vorzugehen. Der heutige Pressesprecher des Brothers MC hat über mehrere Jahre für das SEK gearbeitet. Wie er selbst sagt wurden ihm jedoch seine Freundschaft zu einem Mitglied der Hells Angels und seine Hilfsbereitschaft für eine Prostituierte zum Verhängnis. Im Anschluss verlor Tim nicht nur seinen Job, sondern musste auch mehrere Monate in Untersuchungshaft verbringen. Seither sieht sich das Mitglied des Brothers MC einer ständigen Hetzjagd und Schikanen der Polizei ausgesetzt.

Politiker sympathisiert mit den Hells Angels

Auch ohne Gesetzt gehen die Behörden in Holland bereits gegen Menschen aus dem Umfeld der Rocker vor. Seit mehreren Jahren ist das Stadtratsmitglied Piet Carnas aus der holländischen Stadt Heerhugowaard bekennender Sympathisant der Hells Angels. Diese besondere Leidenschaft könnte ihm nun jedoch zum Verhängnis werden, denn seit einigen Wochen wird ihm der Zutritt zum Gemeindezentrum verweigert. Der Grund liegt in seiner öffentlichen Unterstützung der Hells Angels. Insbesondere die Tatsache, dass er in Supporter-Kleidung für den Motorradklub an den Ratssitzungen teilgenommen hat, stößt vielen anderen Politikern übel auf. Piet Carnas will sich jedoch nicht verbiegen und hat bereits angekündigt, dass der Staat ihm seine  Sympathie für die Hells Angels nicht verbieten kann.