Während hierzulande vereinzelte Bürgerwehren von Motorradklubs wie den Brothers MC oder den Red Devils für mediale Aufmerksamkeit sorgen, ist in Finnland im letzten Herbst eine nationale Bewegung unter dem Namen Soldiers of Odin entstanden. Die #Hells Angels und eine Gruppe von Clowns  haben nun eine Botschaft an die sogenannten Soldaten gesandt.

Soldiers of Odin in Finnland auf dem Vormarsch

Die nationale Bürgerwehr Soldiers of Odin, hat es sich in Anlehnung an den germanischen Gott Odin auf die Fahne geschrieben, finnische Männer und vor allem Frauen vor Flüchtlingen zu schützen. Schließlich hat sich auch in dem skandinavischen Land im Zuge der Flüchtlingskrise die Zahl der Neuankömmlinge im letzten Jahr verzehnfacht. Laut eigenen Angaben sind die Soldiers of Odin bereits mit über 500 Mitgliedern in 23 verschiedenen finnischen Städten aktiv und verzeichnen rund 25.000 Likes auf Facebook. Wie die britische Zeitung Daily Mail berichtet, sei es das Ziel der Gruppierung die Aktivitäten auf alle europäischen Länder auszuweiten. Weite Teile der Bevölkerung und insbesondere die Politik und Medien stehen der Gruppierung aufgrund ihrer rechtsextremen Ausrichtung skeptisch gegenüber.

Bisher haben die Soldiers of Odin allerdings lediglich Präsenz gezeigt und während ihrer Patrouillen keinerlei Straftaten begangen. In jedem Fall scheinen die Bemühungen ihrer Wirkung nicht zu verfehlen. Viele Flüchtlinge beschweren sich inzwischen, dass sie sich in der Dunkelheit nicht mehr auf die Straße trauen würden und trotz der öffentlichen Kritik an der Gruppierung, berichten dessen Mitglieder, dass sie selbst die örtliche Polizei unterstützen würde.

Hells Angels rufen die Bevölkerung zur Ruhe auf

Skandinavische Medien hatten in diesem Zusammenhang häufig berichtet, dass sich unter den Mitgliedern der Soldiers of Odin auch eine Vielzahl an Rockern der Hells Angels und anderer Motorradklubs befinden sollen. Dem hat der Klub nun jedoch energisch widersprochen und sich von der Bürgerwehr distanziert. Bereits im Januar hatten die Hells Angels in Dänemark eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der diese die Bevölkerung aufgerufen hatten, den Hass nicht gegen die Flüchtlinge zu richten, sondern gegen die Menschen, die für die Flüchtlingskrise verantwortlich sind. Dabei führte Hells Angels Sprecher Jørn Jønke Nielsen an, dass kein Mensch freiwillig seine Heimat verlassen würde. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass sich der Motorradklub nun ganz klar von den Soldiers of Odin distanziert. Dieses Beispiel verdeutlicht jedoch eindrucksvoll, dass es nicht nur hierzulande zu einer undifferenzierten Berichterstattung hinsichtlich der Motorradklubs kommt.

Clowns machen sich über Bürgerwehr lustig

Doch nicht nur von den Hells Angels hat die Bürgerwehr in den letzten Tagen Gegenwind bekommen. Unter dem Namen „Loldiers of Odin“ hat eine mehrheitlich von Frauen geführte Gruppe , die Soldiers of Odin bei ihrer ersten Bürgerpatrouille in Tampere geradezu lächerlich gemacht. Als Clowns verkleidet haben diese den Marsch der Bürgerwehr mit Hohn und Spott begleitet und dabei Lärm gemacht und Lieder gesungen. Für eine kurze Zeit sahen sich die neuen Ordnungshüter sogar von den Clowns eingekesselt, während diese in einem Kreis um sie herumtanzten und Lieder sangen. Doch bereits mit dem umgewandelten Namen „Loldiers of Odin“ zeigt die Gruppe, wie wenig sie von der Idee der Bürgerwehr halten, schließlich haben steht das „Lol“ in dem Wort für „Laughing out Loud“.

Die Soldiers of Odin haben ihr Schutzpatrouille zwar ungeachtet dessen durchgezogen, dürften sich diese jedoch anders vorgestellt haben. Die „Loldiers of Odin“ haben dennoch ein beeindruckendes Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und rechtsextremes Gedankengut gesetzt und sind eine willkommene Abwechslung zu den in Deutschland bei ähnlichen Veranstaltungen auflaufenden linken Gegendemonstranten.