Derzeit ist Kommunalwahlkampf in Hessen und es stehen drei Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz an. In Zeiten von Asylkrise und AfD-Aufschwung ist die Stimmung im Land so angespannt wie schon seit Jahren nicht mehr.

Parteien erpressen Gastronomen

Insbesondere für den AfD-Wahlkampf gelten stellenweise erschwerte Bedingungen: Es gibt kaum noch Wirte, die die Partei beherbergen wollen, weil sie Angriffe auf ihr Eigentum und eine gezielte Rufschädigung durch konkurrierende Parteien fürchten. Es ist immer das selbe Spiel: Kaum ist bekannt geworden, wo die AfD eine Wahlkampfveranstaltung plant, rufen Lokalpolitiker insbesondere von SPD oder CDU an und setzen den Gastronomen die Pistole auf die Brust. Entweder sie sagen die Veranstaltung ab, oder Partei und Stadt werden nie wieder Räumlichkeiten buchen.

Wirte werden bedroht

Während die meisten Wirte hier schon einknicken, passiert dies bei den anderen spätestens dann, wenn die von der schwarz-roten Bundesregierung mit 30 Millionen Euro im Jahr alimentierten Anti-Rechts-Vereine und die linksextreme Antifa mit Drohanrufen Straftaten ankündigen.

All das musste auch das Erbacher Brauhaus über sich ergehen lassen, doch dessen Wirtin blieb standhaft. Nicht etwa, weil sie mit der AfD sympathisieren würde, nein, sondern weil Meinungsfreiheit und Chancengleichheit im politischen Wettbewerb für sie wichtig sind. In der Vergangenheit waren beispielsweise auch die Grünen zu Gast, warum also nicht die AfD?

JUSOS demonstrierten mit Linksextremisten

Und so konnte der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann am 19. Februar zur Asylkrise referieren: Und zwar in einem so vollen Festsaal, dass die Bestuhlung in etwa verdoppelt werden musste. Rund 90 Personen hörten zu und diskutierten, während draußen eine zeitweise 100 Personen starke Gegendemonstration der JUSOS versuchte, jeden Diskurs durch Trillerpfeifen und Sprechchöre im Keim zu ersticken. An der Demonstration beteiligten sich auch ganz offen die vom Verfassungsschutz beobachtete SDAJ sowie andere linksextreme Gruppen. Die Demonstration blieb allerdings dennoch friedlich.

Hohmann lieferte drinnen derweil einen Rundumschlag ab: Er sprach von einer "rechtswidrigen Asylpolitik der Bundesregierung", griff als gläubiger Katholik die Position der Kirchen in der Flüchtlingsfrage an und referierte über die DDR-treue Vergangenheit von #Angela Merkel und ihrem Vater, der als "roter Kassner" bekannt ist und als Pfarrer den Begriff "Kirche im Sozialismus" mitprägte. 

Hohmann erhielt viel Applaus und stellte sich einer recht umfangreichen Fragerunde im Anschluss an sein Referat. Die gesamte Veranstaltung wurde von Jörg Becker von Odenwaldfilm aufgezeichnet, von dem auch das obige Foto stammt.

Weitere Artikel:

AfD/FPÖ-Veranstaltung in Düsseldorf: Hunderte beim "Europäische Visionen"-Kongress

In der Kita: Flüchtlinge sollen fehlende Erzieher ersetzen und auf Kinder aufpassen #Wahlen #PEGIDA