In den letzten Wochen haben die Medien mit zweifelhaften Berichterstattungen über die Hells Angels und den Brothers MC für Schlagzeilen gesorgt. Insbesondere die Meldung der Bild Zeitung, dass ein Mitglied der #Hells Angels als Mitarbeiter einer Frankfurter Sicherheitsfirma Flüchtlinge bewachen würde, schlug im Januar hohe Wellen. Politik und Medien bezeichneten diesen Zwischenfall gleichermaßen als Skandal, der lückenlos aufgeklärt werden müsse. Die Tatsache, dass es sich bei den Behauptungen um Unwahrheiten gehandelt hat, ließen diese dann jedoch größtenteils unter den Tisch fallen.

Falschmeldung bezüglich der Hells Angels

Zumindest einen Teilerfolg konnte die betroffene Sicherheitsfirma nun erwirken. Wie die Anwaltskanzlei des Unternehmens bekanntgab, hat der Fernsehsender RTL Hessen in der letzten Woche den Bericht von der Internetseite genommen. Zudem sind auch die Berichte in den anderen Zeitungen gelöscht worden. Grund hierfür sind die unwahren Tatsachenbehauptungen die mit einer bewusst unvollständigen Berichterstattung einhergehen. Dieser Fall verdeutlicht, wie offensichtlich und skrupellos das negativbehaftete Bild der Hells Angels zur Meinungsmache in der Bevölkerung eingesetzt wird. Damals schrieben verschiedene Medien von einem skandalösen und bizarren Vorfall und fügten an, dass kriminelle und rechtsgerichtete Menschen nicht für die Sicherheit von Flüchtlingen verantwortlich seien dürften. Angesichts der Tatsache, dass es sich dabei um eine Falschmeldung gehandelt hat, muss angenommen werden, dass diese bewusst in der Öffentlichkeit verbreitet wurde, um von der eigentlichen Flüchtlingsproblematik abzulenken.

Meinungsmache durch die Hells Angels

Hinsichtlich der am 6. März bevorstehenden Landtagswahlen in Hessen gewinnt dieser Vorfall nochmals deutlich an Brisanz. Schließlich meldete sich der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion Günter Rudolph im Anschluss an die Berichte über die Hells Angels öffentlich zu Wort und forderte eine schnelle und lückenlose Aufklärung über den Vorgang. Dabei fügte er an, dass die Bewachung von Flüchtlingen ein äußerst sensibles Thema sei und es ein Skandal wäre, wenn hierfür Leute mit Verbindungen zur organisierten Kriminalität verantwortlich wären.

Es sind berechtigte Zweifel erlaubt, ob ein solch ranghoher Politiker nicht von Anfang an wusste, dass die Meldung nicht den Tatsachen entsprach. In jedem Fall erwecken diese Äußerungen den Eindruck, als sollten hier die Themen Rockerkriminalität, Hells Angels und Flüchtlingskrise miteinander kombiniert werden, um der jetzigen Landesregierung vor den Wahlen zu schaden. Ungeachtet der Tatsache, dass es sich hierbei um eine Falschmeldung gehandelt hat, dürfte das Ziel nicht verfehlt worden sein. Schließlich dürfte nur der geringste Teil der Bevölkerung wissen, dass die Hells Angels die beschriebene Flüchtlingsunterkunft nicht beschützt haben.

Hells Angels und Brothers MC im Visier

Angesichts solcher Meldungen sollten sich die meisten Menschen jedoch einmal hinterfragen, wieviel Wahrheitsgehalt in den täglichen Meldungen der meisten Medien tatsächlich steckt und vor allem inwieweit das vermittelte Bild vom Rocker wahrheitsgemäß ist. Dabei ist dieser Vorfall mit den Hells Angels bei weitem kein Einzelfall. Auch die Geschichte von Tim. K und des Brothers MC verdeutlicht, dass verschiedenste Stellen bewusst Falschmeldungen über Mitglieder von Motorradklubs verbreiten. Dabei sah sich der Motorradklub in den letzten Wochen und Monaten einer kleinen Hetzjagd ausgesetzt, schließlich saß der Pressesprecher des Klubs nicht nur unberechtigterweise mehrere Monate in Untersuchungshaft, sondern wurde auch Opfer zweifelhafter Hausdurchsuchungen und eines Aufenthaltsverbotes für die Karnevalszeit. Wünschenswert wäre es, wenn im Sinne der Objektivität auch häufiger über die positiven Taten von Mitgliedern der Hells Angels, des Borthers MC oder sonstiger Motorradklubs berichtet würde.