Die Osmanen Germania sind seit einigen Tagen in aller Munde. Nachdem die Webseite „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ im letzten Jahr erstmals über den Box-Klub berichtete, rückte dieser verstärkt in das Blickfeld der Öffentlichkeit. Seit dem Januar schreiben nun auch verstärkt die etablierten Medien über die „neuen Rocker“ die sich angeblich auf einen Rocker-Krieg mit den #Hells Angels vorbereiten würden. Angesichts der Tatsache, dass diese jedoch gar keine Rocker sind, erscheinen solche Aussagen jedoch sehr fragwürdig.

Osmanen Germania sehen sich nicht als Rocker

Mehmet B. ist einer der Gründungsväter der Osmanen Germania. Im Interview mit „Südafrika – Land der Kontraste“ stellte er klar, dass die Mitglieder des Klubs sich selbst nicht als Rocker sehen. Schließlich handele es sich bei den Osmanen auch nicht um einen Motorradklub, sondern um einen Box-Club, weshalb auf den Kutten die Abkürzung BC anstelle des MC steht. Die Ziele des Klubs seien es laut Mehmet B. Jugendliche von der Straße zu holen und ihnen eine Aufgabe zu geben, damit diese sich von kriminellen Aktivitäten, Drogen und Wettspielen fernhalten.

Laut eigenen Angaben hat der Klub inzwischen in Deutschland mehr als 20 Ableger und mit rund 2.500 Mitglieder. Weitere 1.000 Mitglieder verteilen sich auf sechs Ableger in der Türkei, sowie zwei in Österreich und zwei in der Schweiz. Neben der nationalen Expansion, soll in naher Zukunft auch ein Ableger in Holland entstehen. Trotz des Namen Osmanen, zählen zu den Mitgliedern neben Türken auch Italiener, Serben, Kroaten und Deutsche.

Osmanen Germania grenzen sich von den Hells Angels ab

In der Vergangenheit wurden Mitglieder der Osmanen Germania des Öfteren mit Mitgliedern der türkischen Hells Angels Nomads Turkey gesehen, woraufhin Sicherheitsbehörden und Medien den Osmanen nachsagten, eine Untergruppierung der Hells Angels zu sein. Zudem werteten diese die Expansion der Osmanen Germania als Zeichen eines bevorstehenden Konfliktes zwischen den Nomads Turkey und Altrockern.

Mehmet B. macht jedoch deutlich, dass sein Klub keine Untergruppierung der Nomads Turkey sei und die Mitglieder sich aus jeglichen Auseinandersetzungen innerhalb der Hells Angels heraushalten werden. Allerdings dürfen an der Objektivität und Unbefangenheit der Osmanen dann doch leise Zweifel erhoben werden. Dessen Mitbegründer Can S. ist schließlich selbst ein ehemaliges Mitglied der Nomads Turkey. Zudem pflegen er und Mehmet B. eine enge Freundschaft zu Necati A. und Aygün M. von den Nomads Turkey.

Auseinandersetzung zwischen Osmanen Germania und Hells Angels?

Ob es überhaupt zu einer Auseinandersetzung kommt, darf jedoch bezweifelt werden. Schließlich haben die Medien auch schon häufiger einen „Krieg“ zwischen den Hells Angels und den United Tribuns heraufbeschworen. Zwar kam es immer mal wieder zu Auseinandersetzungen, von einem „Krieg“ kann jedoch keine Rede sein.

Zudem reagieren die Hells Angels bisher sehr gelassen auf die „Expansion“ der Osmanen Germania. Dessen Pressesprecher Django glaubt ohnehin nicht an eine lange Existenz des Box-Klubs und machte in einem Interview mit dem Express deutlich, dass die Höllenengel keine Angst vor dessen Mitgliedern haben. Laut Mehmet B. wäre dies auch völlig unangebracht. Schließlich haben die Osmanen keinerlei Interesse an einem Konflikt mit den Hells Angels oder anderen Gruppierungen, so lange diese sie in Ruhe lassen. Die Berichterstattung der letzten Wochen erweckt daher ein den Anschein, als würden die Medien hier ein Thema hochschaukeln, dass in der Realität deutlich weniger Brisanz hat.

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