Die #Hells Angels sollen in einer rheinhessischen Stadt nach einem Mietobjekt für ihr Klubhaus suchen, doch die dortige Polizei rät Immobilienbesitzern davon ab, ihre Objekte an die Rocker zu vermieten. Ungeachtet solcher und anderer negativer Meldungen hinsichtlich Motorradklubs, scheinen immer mehr Menschen mit diesen zu sympathisieren, wie auch die Beispiele der Red Devils und des Brothers MC zeigen.

Alzey warnt Vermieter vor Hells Angels

Wie der SWR berichtet hat die Polizei in der rheinhessischen Stadt Alzey Vermieter davor gewarnt, dass eine „Gruppe von Hells Angels“ in der Stadt eine Bleibe suchen würde. Als Begründung für die Warnung führen die Ordnungshüter an, dass es in Räumen wo sich Rocker wie die Hells Angels niederlassen zu kriminellen Aktivitäten kommt und die Objekte ein Anschlagsziel für verfeindete Banden sind.

Auch Bürgermeister Christoph Burkhard hält nur sehr wenig von den neuen Bewohnern und der ihnen entgegengebrachten Sympathie, schließlich dachte man, nach dem Rückzug der Bandidos endlich Ruhe zu haben. In der Allgemeine Zeitung äußerte Burkhard sich dementsprechend besorgt hinsichtlich der Sympathiebekundungen für die potentiellen Neumieter. Während die Bewohner vor der Eröffnung des Klubhauses der Bandidos im Jahr 2011 noch abweisend auf Rocker reagierten, wie das Video zeigt, scheinen sie nun froh über die baldigen Nachbarn zu sein.

„Ist doch gut, dass sie da sind. Die sorgen für Ordnung.“, so die weitläufige Meinung vieler Nutzer in den sozialen Netzwerken hinsichtlich der Präsenz von den Hells Angels in Alzey. Mit ihrer Sympathie sind die Bürger der rheinhessischen Stadt jedoch nicht alleine. In Rottweil und Tuttlingen hatten Bürger bereits vor Wochen sehr wohlwollend auf die Ankündigung einer Bürgerwehr der dort ansässigen Red Devils reagiert.

Flüchtlinge demonstrieren für Hells Angels

Doch nicht nur bei den alteingesessenen Bewohnern scheinen die Hells Angels viele Sympathien zu haben, trotz der von Politik, Polizei und Medien häufig propagierten engen Verbindungen in die rechte Szene, scheinen einige Mitglieder Höllenengel auch bei Flüchtlingen sehr beliebt zu sein. In Frechen haben im Oktober sogar mehr als 50 Flüchtlinge vor dem Rathaus für ein Mitglied der Hells Angels protestierte, nachdem dieser aufgrund seiner Vergangenheit von allen Aufgaben im Flüchtlingsheim entbunden wurde.  In Dänemark hat der Motorradklub sich vor einigen Wochen in einer Pressemitteilung sogar an die Bevölkerung gewandt und diese dazu aufgefordert, ihren Hass nicht gegen die zunehmende Anzahl an Flüchtlingen zu richten, sondern gegen die Verantwortlichen dieser humanitären Krise.

Brothers MC werden von der Bevölkerung unterstützt

Noch deutlich mehr Zuspruch erhalten dieser Tage einige Mitglieder des Brothers MC. Mehrere Mitglieder des Motorradklubs hatten für die Karnevalszeit ein Aufenthaltsverbot für weite Teile der Kölner und Leverkusener Innenstadt erhalten. Einer der Betroffenen hat sich im Anschluss auf Facebook mit zwei emotionalen Posts an die Öffentlichkeit gewandt und angekündigt, dass er das Verbot nicht respektieren wird. Mehr als 20.000 Likes und Shares erhielt er für seine Posts und die überwiegende Mehrheit der Nutzer unterstützen die Brothers MC in ihrem Vorhaben. Die jüngsten Ereignisse erwecken daher den Anschein, dass die Motorradklubs trotz anhaltender negativer Berichterstattung in der Bevölkerung beliebter sind als je zuvor.

Bildquelle: Wikicommons durch E. Tinnacher unter CC BY-SA 2.5.