Jobmotor AfD? Gut möglich. Denn mit 24,2 Prozent wurde die Alternative für Deutschland (AfD) im Landtag von Sachsen-Anhalt aus dem Stand heraus zweitstärkste Kraft. Ihr Landesvorsitzender André Poggenburg (Bild 2) hat jetzt 25 gewählte Fraktionsmitglieder und benötigt 30 Mitarbeiter. Mindestens. Und das allein in der Magdeburger Landtagsfraktion.

AfD will mehr als die CDU

Das ist nicht unbedingt wenig Personal. Vergleicht man das mit der stärksten Kraft in Sachsen-Anhalt, nämlich die CDU, ist der Personalbedarf der AfD enorm: Die CDU hatte in der letzten Legislaturperiode neben ihren 42 Abgeordnete lediglich 17 Mitarbeiter. Die AfD benötigt bei 25 Abgeordneten 30 Mitarbeiter und damit fast doppelte soviel wie bei der CDU. Nun könnte man argumentieren, die AfD schaffe wenigstens Arbeitsplätze. Die Partei zahlt das benötigte Personal aber ausschließlich von Steuergelder.

Über eine viertel Million kostet AfD-Personal im Monat

Der Deutschlandfunk hat hierzu einmal eine Rechnung gemacht: Über die Einkommen der AfD im Landtag von Sachsen-Anhalt lagen keine Informationen vor. Daher hat der Sender einen Vergleich über die bestätigten und veröffentlichten Angaben aus Sachsen herangezogen. Dort kosten 14 AfD-Mitarbeiter im Landtag monatlich 139.000 Euro. Rechnet man das nun auf den Magdeburger Landtag mit den Abgeordneten plus eben jene 30 Mitarbeiter hoch, müsste der Steuerzahler etwa 260.000 bis 280.000 Euro monatlich für das AfD-Personal aufbringen. 

Bericht: Täter von Ausländerjagd wird AfD-Mitarbeiter

Zur Zeit laufen die Vorstellungsgespräche. Wer bei der AfD arbeiten möchte, darf keiner extremistischen Partei oder Organisation angehören, heißt es bei der Partei. Das irritiert. Denn ein zukünftiger Mitarbeiter für die AfD in Sachsen-Anhalt soll an schweren fremdenfeindlichen Krawallen beteiligt gewesen sein. Der Deutschlandfunk berichtet in einem Beitrag vom 7. April 2016 konkret, dass ein Täter der Himmelfahrtskrawalle für die AfD im Landtag arbeiten werde. Die Himmelfahrtskrawalle ereigneten sich am 12. Mai 1994. Ein rechter Mob jagte damals eine Gruppe Schwarzafrikaner durch die Magdeburger Innenstadt. Die hässlichen Bilder gingen um die Welt.

ZDF- und MDR-Sendung vom 13. Mai 1994 über die "Himmelfahrtskrawalle":

Foto: MDR "Sachsen-Anhalt heute" / Screenshot; ZDF "heute" Archiv

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