Er macht sich die TV-Welt, wie sie ihm gefällt. Dr. Alexander Badrow ist seit 2008 Bürgermeister der Hansestadt Stralsund (Mecklenburg Vorpommern). Das ist nicht irgendeine Stadt. Seit 1990 tritt hier unsere Bundeskanzlerin #Angela Merkel (CDU) an. Denn die Stadt gehört mit zum Bundestagswahlkreis Vorpommern-Rügen. Es ist also nicht unbedingt nur Badrows Verdienst, dass die Stadt mit der örtlichen CDU so erfolgreich ist. Aber wenn der Bürgermeister gegenüber der Presse weiter so ein Feigling bleibt, ist's eh bald vorbei mit der stärksten Kraft.

Alle Fragen abgesprochen

Wie erst jetzt heraus kam, hat Oberbürgermeister Alexander Badrow im Januar 2016 dem Lokalsender "Stralsund TV" ein Interview gegeben, das ein Fake war. Dabei hat sich der Politiker in einem Stralsunder Museum filmen lassen und Fragen beantwortet. Die waren allerdings genau vorgeschrieben. Wie der Branchendienst Übermedien und Spiegel Online berichten, fand ein reger Schriftwechsel zwischen dem Sender und der Hansestadt Stralsund statt. Dabei wurde genau abgesprochen, welche Fragen gestellt werden dürfen und wie hier die Antworten lauten werden. Außerdem habe das städtische Büro der Öffentlichkeit das Interview minutiös durchgeplant. Schlimm genug, dass sich Redaktionen von Lokalpolitikern einwickeln lassen. Das gefakte Interview war dann aber auch noch an Peinlichkeit kaum zu überbieten.

Moderatorin stellte brav keine einzige Gegenfrage

Die Moderatorin durfte offensichtlich dem Oberbürgermeister keine kritischen Fragen stellen. Und so kam es zu absurden Szenen: Alexander Badrow schwärmte pausenlos von einer heilen Welt in Stralsund, neuen Radwegen und tollen Events in der Stadt. Dann erzählte der CDU-Mann von neuen Straßen in der Stadt. Dabei wäre gerade ein Lokalsender in der Lage gewesen, einen Mann wie Badrow am Kragen zu packen. Denn ein örtlicher Sender kennt die Probleme der Menschen seiner Stadt viel besser. Doch stattdessen redete der Politiker minutenlang mit sich selbst. Der Monolog von Alexander Badrow war Gott sei Dank so langweilig, dass hoffentlich viele Bürger den Fake wegschalteten.

Fotos: Stralsund TV / Screenshot

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