Dieses Phänomen nennt sich Politainment. Der Begriff beschreibt die Verbindung zwischen Entertainment und Politik. Die Demokratin Hillary Clinton und der Republikaner Donald Trump zeigten auf den nationalen Parteitagen, dass man Entertainment und Politik nicht nur verbinden, sondern sogar verschmelzen kann. Beide erschaffen eine groß angelegte Show, die aber unterschiedlichen Strategien folgt. Hillary #Clinton setzt auf die Emotionen der Wähler und vernachlässigt Inhalte und Änderungen. Die Demokratin gilt als Verteidigerin des Status Quo. Bei den Republikanern ist es dagegen nicht ganz so harmonisch. „Sperrt sie ein, sperrt sie ein“, schreien die wütenden Trump-Anhänger, wenn der Name „Clinton“ fällt. Und dieser Name fällt sehr oft. Es wird ein Amerika dargestellt, das kurz vor dem Untergang steht. In diesem Moment der Hilflosigkeit kommt #Donald Trump als „Heilsbringer“ durch eine Nebelwand auf die Bühne. Durch die Darstellung einer Antithese in der Exposition der Veranstaltung wird der Slogan „Make America great again“ als Live-Erlebnis an die Delegierten weitergeben und erweckt den Eindruck eines überzeugenden und kompetenten Kandidaten.

Die böse "Lügenpresse"

Für Donald Trump ist allein die Presse für seine Skandale und die angeblichen Fehler verantwortlich. Dabei ist gerade Donald Trump der absolute Gewinner dieser Berichterstattung. Die Medien, besonders die Fernsehsender, haben nämlich einen großen Anteil am Aufstieg und dem Erfolg Trumps. Über seine provokativen Ausfälle wurde überall berichtet und so hat er auf kurz oder lang fast alle Medienaufmerksamkeit auf sich gezogen. Die TV-Sender haben davon vor allem wirtschaftlich profitiert. Sie haben Trump einen deutlichen Anstieg der Zuschauerzahlen zu verdanken. Dadurch fungieren sie aber auch als wichtiger Lautsprecher für seine Botschaften. Der Faktenchecker der "Washington Post" kritisierte, dass es kaum noch Stimmen gegen Trump im Fernsehen gebe und die Wächterfunktion der Medien in den USA klar vernachlässigt und dem wirtschaftlichen Erfolg untergestellt werde. Zwischen Clinton und Trump herrscht also ein Krieg der Worte. Es geht nicht mehr darum was man sagt, sondern wie. Verharmlosung vs. Übertreibung. Clinton vs. Trump. Wenn Entertainment in der Politik aber einen zu hohen Stellenwert erreicht, dann leiden darunter die Glaubwürdigkeit und die Seriosität der Präsidentschaftskandidaten. Donald Trump hatte vor ein paar Monaten noch gute Chancen Präsident zu werden, weil er es mit showtypischen Elementen und provokanten Grenzüberschreitungen geschafft hat, eine gewisse Unzufriedenheit bei den Amerikaner zu inszenieren. Aber jetzt hat er es übertrieben.

Clinton als Retterin?

Nein, wohl eher nicht! Unzähligen Wählern geht es nämlich gar nicht so sehr darum Clinton zu wählen, sondern eher Trump zu verhindern. Eine Show muss die Massen begeistern und einem gewissen Mainstream entsprechen. Sie kann in kürzester Zeit von den Massen in den Olymp des Entertainments gehoben werden und genauso schnell durch einen Stimmungsumschwung wieder untergehen. So ist es mittlerweile auch in der amerikanischen Politik. Wer diese Schnelllebigkeit und die Gnadenlosigkeit der Wähler richtig einschätzen kann, der kann auch in der Politik mit Showelementen punkten. Wer das nicht kann, wirkt langweilig und wird vergessen. Im #US-Wahlkampf 2016 wurde das Maximum des Politainments aber deutlich überschritten. Deshalb sind viele Amerikaner enttäuscht und werden bei der Wahl keinem Kandidaten ihre Stimme und damit ihr Vertrauen für eine gute Zukunft anvertrauen. Sie sind enttäuscht von den Kandidaten, enttäuscht vom medialen Umgang und vor allem enttäuscht von der fehlenden Politik.