Weltkrieg – wir Deutschen kennen beide, und wir haben die Lektion gelernt. Macht kommt nicht aus Waffen. Macht kommt aus wirtschaftlicher Stärke, politischem Geschick, Stabilität und Frieden. Seit dem Ende des zweiten Weltkriegs nutzen deutsche Staatsmänner diese friedlichen Mittel, um deutsche Interessen durchzusetzen.

Aber die wahre Meisterin der Macht ist #Angela Merkel. 2005 übernahm sie von Schröder ein Land, dem es sehr schlecht ging, das der SPD-Kanzler allerdings dankenswerterweise durch die Agenda 2010 schon auf einen unpopulären Heilungskurs geschickt hatte. Merkel erntete die Früchte dieser Bemühungen und erhielt im Laufe ihrer ersten Amtszeit ein intaktes, reiches und wirtschaftlich mächtiges Land. Beste Voraussetzungen, um es in eine Vormachtstellung in Europa und der Welt zu bringen.

Und dann hatte Merkel 2008 enormes Glück – die Finanzmärkte brachen zusammen. Schrecklich für die Wall Street, schön für ambitionierte Kanzlerinnen eines Landes, das nicht allein auf seinem Finanzsektor beruht. Ende 2009 war Deutschland praktisch das einzige Land in der westlichen Welt, das noch Geld hatte. Die USA, Griechenland, Irland, Italien, Frankreich, Spanien – alle wurden von der Krise an den Rand der Zahlungsunfähigkeit gebracht.

Nett, dass Frau Merkel sich in dieser Situation großzügig bereiterklärte, für alle anderen Länder praktisch zu bürgen. Deutschland gab nicht einen Cent aus – aber jeder wusste, wenn Merkel sagt, dass die Kreditlinie eines Landes nicht mehr von Deutschland gedeckt wird, dann war’s das für das Land. Deutschland hätte einfach die Verluste abgeschrieben und den Schuldner in Jahrzehnte der Rezession geschickt.

Der einzige Fehler der Angela Merkel war, dass sie diese Macht innerhalb der EU zu stark nutzte. Die durch Deutschland diktierte Rettung von Irland, Spanien und Portugal verlief ruhig, mit Einschnitten, aber auch mit Erfolg. Diesen Ländern geht es finanziell gesehen wieder besser. Nur in Griechenland verlief die Rettung nicht reibungslos – mit dem Resultat, dass Wolfgang Schäuble mittlerweile so beliebt ist wie Darth Vader bei den Admirälen der imperialen Flotte.

Und der Würgegriff Deutschlands schreckte einige Länder auf. Die USA zum Beispiel. Deutschland wird der Vormacht der USA gefährlich.

100 Jahre lang haben die USA keinen #Krieg auf der Erde mehr verpasst – und plötzlich ziehen sie sich überstürzt aus dem Irak zurück und lassen netterweise einen Haufen Waffen da, der prompt den Islamisten des IS in die Hände fällt?  Und dann diese Luftschläge, die viel zu spät beginnen? Interessant.

Genauso spannend wie die Tendenz der Griechen, ihre Grenzen nicht zu sichern. Rumänien und Bulgarien haben von ihren Verbindungen zu Deutschland nur profitiert – hier halten die EU-Außengrenzen. Griechenland steckt im Würgegriff der deutschen Finanzpolitik – kein Wunder, dass der Grenzschutz hier so erstaunlich ineffektiv ist.

Die #Flüchtlinge, so unschuldig sie vielleicht auch unter Verdacht stehen, werden als Waffe missbraucht. Eine Waffe, die unsere „Partner“ gegen uns einsetzen, um unsere wirtschaftliche Macht zu brechen. Das Potenzial der Flüchtlinge ist kaum nutzbar, aber sie belasten den Haushalt stark. Sobald Deutschlands Haushalt nicht mehr ausgeglichen ist, und unsere Kreditwürdigkeit sinkt, werden wir unsere Macht größtenteils einbüßen. Wer profitiert davon? Die USA, die gerne auch in Europa wieder das Sagen hätten. Die Briten, die auf eine große Krise im Euroraum mit ihrem Brexit-Votum spekuliert haben. Die Griechen, die gerne ihre Souveränität zurück hätten. Die Franzosen, die ebenfalls gerne wieder mehr wären als der kleine Juniorpartner in der deutsch-französischen Beziehung.

Der Plan scheint aufzugehen, aber können wir uns wehren? Wir müssen die Fehleinschätzung korrigieren und die Gastfreundschaft für die Flüchtlinge einschränken. Eine Fehleinschätzung kann jedem unterlaufen. Sie wird nur ein schwerer Fehler, wenn man sie nicht rechtzeitig korrigiert.