Seit Monaten hält die Debatte über die Flüchtlingskrise nun an, und seit Monaten mit ihr die Debatte über die Sicherheitsrisiken für deutsche Bürger, die durch die Zuwanderung entstehen. Zwischenfälle wie die Kölner Silvesternacht schienen das Bild des kriminellen Asylsuchenden zu bestärken und sorgten für eine ungekannte Emotionalisierung in der Debatte - ebenfalls erschreckten aber Bilder aus Clausnitz, wo ein aufgebrachter Mob im Februar einen Flüchtlingsbus belagerte. Nun will das BKA mit einer Statistik für einen sachlicheren Umgang mit dem Thema sorgen.

BKA-Bericht zur Kriminalität von Flüchtlingen bringt Klarheit

Ein Bericht des BKA bringt nun überraschende Ergebnisse: Zum ersten Mal liegen nun flächendeckende Zahlen zu Straftaten von Asylbewerbern vor.

Im ersten Quartal dieses Jahres begingen Zuwanderer insgesamt 69.000 Straftaten, was einen Rückgang von 18% im Vergleich zum letzten Quartal bedeutet. Direkte Vergleichsdaten über Straftaten, die von Bundesbürgern verursacht wurden, liegen dem BKA nicht vor, aber die Gesamtzahl der Straftaten lag im Jahr 2015 bei 6,3 Millionen.

Was bedeuten diese Werte? Im Vergleich zur Gesamteinwohnerzahl Deutschlands (offiziell 82.175.684 Einwohner) sind das 76 Straftaten pro 1000 Einwohner. Bisher sind in Deutschland im Zuge der Flüchtlingskrise etwa 1,27 Millionen Anträge gestellt worden. Also wurden pro 1000 Asylsuchenden nur etwa 54 Straftaten begangen. Das den Asylsuchenden oft vorgeworfene kriminelle Verhalten ist also statistisch nicht nachzuweisen.

Diskussion über Kriminalität von Flüchtlingen setzt sich dennoch fort

Die #AfD legt seither einen größeren Fokus auf das Thema innere #sicherheit und stellt auch hier einen Zusammenhang zur Migration her. Heute teilte der Landesverband NRW auf seiner Facebook-Seite einen Kommentar des Vorsitzenden der deutschen Polizeigewerkschaft, der sich im Zusammenhang der zunehmenden Straftaten gerade im Umfeld der Bahnhöfe und der unzureichenden Handhabe der Polizei im Bezug auf starffällige Asylbewerber beklagte: "Sie verachten unser Land und lachen über unsere Justiz."

Die Debatte über eine mögliche Abschiebung straffälliger Asylbewerber geht weiter. Der zuvor von einigen Seiten geäußerte Generalverdacht gegenüber Flüchtlingen und Asylsuchenden aus dem arabischen und nordafrikanischen Raum kann aber durchaus als widerlegt betrachtet werden. #Flüchtlinge