Russland verstärkt die Erhaltung "Moralischer Werte". Am 23. September 2016 unterschrieb Vladimir Putin die Änderung des Paragraphen 241.1 des Russischen Strafgesetzbuches, welche vom Gesetzgeber beschlossen wurde. Von nun an ist genauer definiert, was unter Kinderpornographie zu verstehen und somit verboten sei: Alle Zurschaustellung der Geschlechtsorgane, sei es ganz oder teilweise, von Minderjährigen sei ab jetzt verboten, es sei denn, sie seien von "geschichtlichem, kulturellem oder künstlerischem Wert". Die Unterzeichnung fiel Putin sicher nicht schwer, da er seit langem für "Normalität, moralische Werte und Schutz der Kinder" einsteht. Dies brachte ihm national wie international schon viel Kritik ein, weil er dazu steht, dass Homosexuelle zwar ihre Neigung leben dürften, aber nicht vor den Augen von Kindern. Deshalb ist in Russland jegliches Werben für Homosexualität verboten. Was die Welt dabei vergisst, obwohl Putin es schon oft gesagt hat, ist, dass Putin nicht Russland ist. Er ist nur ein Teil Russlands. Viele stehen neben ihm und hinter ihm. Er regiert das Land nicht autokratisch. Gerade das Gesetz gegen homosexuelle Propaganda wurde mit großer Mehrheit von der Duma verabschiedet, Putin hat es nur unterzeichnet.

Fotokünstler schon länger in Kritik wegen Kinderpornographie

Der amerikanische Fotokünstler Jock Sturges macht seit vielen Jahren international Ausstellungen mit seinen Photographien. Sehr häufig sind seine Objekte Jugendliche und Kinder, in lasziven Posen, halb nackt oder nackt. Schon des Öfteren wurde er wegen seiner Arbeit kritisiert doch nie wurde sie oder eine seiner Ausstellungen verboten. 1990 wurden in einer Razzia seine gesamten Aufnahmen konfisziert und er stand kurz vor einer Anklage wegen Kinderpornographie. Nur durch den Einsatz namhafter internationaler Künstlervereinigungen, welche ihn als Künstler anerkannten, entkam er.

Nun versuchte er es in Russland. Am 8. September 2016 wurden seine Fotos im Moskauer "Brüder Lumiére" Haus ausgestellt. Ohne Aufschrei der Nation. Am 23. September trat die Gesetzesänderung in Kraft. Einen Tag später, nachdem die Neuigkeit im russischen Fernsehen bekannt wurde, postete eine der bekanntesten russischen Bloggerinnen, Elena Mironenko, ihren Unmut über die Ausstellung und dass es keinen Aufschrei dagegen gäbe. Ihr Post fand großen Anklang, wurde 39.000 Mal geteilt. Diesen Aufschrei in sozialen Netzwerken nahm Elena Misulina, von der Partei "Gerechtes Russland", zum Anlass, aktiv zu werden. Sie postete, dass sie den Generalstaatsanwalt zur Prüfung der Ausstellung veranlassen wolle, ob sie gegen den neuen Paragraphen 241.1 verstoße. 

Wenige Stunden später schaltete sich auch die neu ernannte Ombudsfrau für Kinderrechte, Anna Kuznetsowa, via Facebook ein und verurteilte die Ausstellung. 

Am nächsten Tag formierten sich vor dem Eingang der Ausstellung NGOs und blockierten den Zutritt. Nur aus Respekt und zur Prüfung ließen sie Einzelne durch. Diese inspizierten die Fotographien doch stand der Entschluss, die Ausstellung zu schließen, schon vorab fest. 

Ausstellung beendet aufgrund von Verständnis für die Meinung der Bürger 

Der Direktor des Zentrum für zeitgenössische Fotographie im "Brüder Lumiére", Eduard Litwinski, gab dem gesellschaftlichen Druck nach. Die zivilgesellschaftlichen Kräfte können stolz sein, innerhalb von knappen 30 Stunden etwas Konkretes bewirkt zu haben: Die umstrittene Ausstellung ist geschlossen.

Herrscht in Russland nun wirklich keine Demokratie, wie vom Westen immer vorgeworfen? #Patriotismus #Nationalgefühl #Einwanderer