Hierzulande sind darüber viele erstaunt: „Ja wieso? Und die haben doch den Kommunismus erfunden. Überhaupt Rothschild...“  Ich kann es nicht mehr hören. Die Deutschen, gefangen im linken Meinungsgulak, haben merkwürdige Vorstellungen über #Juden.

Neulich erst hatte ich eine Meinungsverschiedenheit mit einer Anwältin, die behauptete, Juden zahlen keine Steuern. Sie war davon nicht abzubringen und alles lief heraus auf: „Ich bin Anwältin, ich werde das besser wissen!“ Sie irrt dennoch.

Seit einigen Jahren beobachte ich in jüdischen Gemeinden eine Entwicklung, die sie vom Zentralverrat der Juden in Deutschland sprechen lässt. Warum? Den Juden geschieht eigentlich dasselbe, wie es viele andere auch bemerken. Der #Zentralrat hat, wie CDU auch, einen gewaltigen Linksruck vollzogen. Da staunt der deutsche Michel: „Ja wieso? Und die herrschen doch über alle Juden. Überhaupt Rothschild...“ Dies ist ein typischer Fall von Denkste! Ich habe noch nie eine Gemeinde gefunden, die behauptete, Josef Schuster sei ihr Chef. Schlimmer, wer danach fragt, was dieser Verein eigentlich ist, wie in die jüdische Gemeinde einzuordnen, bekommt nur ein ratloses Schulterzucken zur Antwort. Wer jedenfalls die Belange der lokalen Gemeinden als maßgebende Organisation regelt, ist der ORD. Und da hat der Zentralrat überhaupt kein Mitspracherecht.

Dieser Verein wird von vielen als Hammer und Sichel Klub gesehen. Das war nicht immer so. Neun Jahre nach Auschwitz plante die SED-Diktatur ein Judenpogrom. Dies scheiterte, weil Julius Meyer und Heinz Galinski eine Massenflucht nach West-Berlin organisierten. Viel ist geschehen, um von Heinz Galinski, der sich als preußischer Jude sah, bei einem Josef Schuster zu landen, der mit selber Partei paktiert.

Bis zum Ende der DDR wurden die restlichen Juden der DDR von der Stasi überwacht, als potentieller Gefahrenherd. Und das war dieselbe Furcht, die früher schon die Gestapo hatte. Aber der sprichwörtlich irre zu nennende Glaube, dass eine Namensänderung zu #Die Linke auch ein Umdenken in den Köpfen erzeugte, lässt einem klar denkenden Menschen die Fußnägel aufrollen.

Ich möchte ein Beispiel aus meiner Sammlung über den Antisemitismus jener umbenannten SED schildern. Am 8.9.2014 brachte Halgalil ein Interview mit Gregor Gysi, um diesem Gelegenheit zu geben, die Antisemitismusstudie von Samuel Salzborn zu bestreiten. Abgekartetes Spiel natürlich und doch bestätigte Gysi die Studie nicht nur, sondern machte alles schlimmer, entlarvte Halgalil und den Zentralrat. Erkenntlich jedoch nur für den, der genau zuhörte.

Gysi verwies auf seine jüdischen Großeltern und meinte, der Vorwurf des Antisemitismus seiner Partei sei lächerlich. Man kann freilich auf Juden in der AfD und die Polemik der Linken gegen diese Partei verweisen. Oder bekennende Juden, die von der Antifa bedroht werden. Doch damit gelangen wir nicht zu Pudels Kern, die Denkweise von Gysi.

Was ist die Basis der Selbstbekenntnis eines Juden? Es ist die Thora. Glaubt Gysi an die Thora? Nein! Also ist er kein Jude. Er beruft sich jedoch auf eine rassische Abstammung. Und diese Philosophie von Halb- und Vierteljuden kennen wir von den Nürnberger Rassegesetzen. Wenngleich die Wertung eine andere ist, so ist die Denkweise und Verteidigung von Gysi, an der Philosophie des Nationalsozialismus aufgebaut. Und das ist sehr gefährlich.

Die Linke betreibt Antisemitismus, in dem sie es Anti-Zionismus nannten. Eine angebliche zionistische Weltverschwörung war jedoch der Grund, warum die Gestapo Juden ins KZ steckte. Dieselbe angebliche zionistische Verschwörung führte zur Planung eines Pogrom in der DDR. Und auf Basis derselben Verschwörung ruft Gregor Gysi zum Widerstand gegen die Zionisten auf.

Aus bekannten Gründen hatte Stalin seine Probleme, sich nach dem Krieg als Antisemit zu bezeichnen, trotz Millionen ermordeter Juden: „Ich bin nicht antisemitisch. Ich bin antizionistisch." Hitler hatte dieses noch nicht: "Wir sind Antisemiten, weil wir Sozialisten sind."