Nicht nur die Jahreszahl im Kalender, auch einige andere Dinge ändern sich ab 2017. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick - Teil 1 (hier geht es zu Teil 2).

  • Steuermodernisierungsgesetz tritt in Kraft und Steuerentlastungen warten

Für 2017 winkt eine Steuerentlastung. Der Grundfreibetrag soll von 8652 auf 8820 Euro klettern und 2018 sogar auf 9000 Euro. Der Kinderfreibetrag erhöht sich auf 7356 Euro und 2018 um weitere 72 Euro – auch das Kindergeld soll um zwei Euro pro Monat steigen. Für Wenigverdiener gibt es ab Anfang 2017 den Kinderzuschlag von monatlich zehn Euro. Zugleich sollen 2017 und 2018 die Tarifeckwerte des Einkommensteuertarifs ausgeweitet werden. Für 2017 ist eine Verschiebung um 0,73 Prozent geplant. Das heißt, nach einer Lohnerhöhung oder ähnlichem bleibt mehr netto übrig.

Die Steuererklärung muss künftig erst bis zum 31. Juli des Folgejahres eingereicht werden - für 2017 bis zum 31. Juli 2018. Wer einen Steuerberater hat, muss künftig bis 28. beziehungsweise 29. Februar des übernächsten Jahres die Unterlagen an das Finanzamt schicken – für die Steuererklärung 2017 bedeutet dies Abgabe am 28. Februar 2018. Die Verlängerung zieht auch eine Neuregelung der Verspätungszuschläge mit sich – für jeden Monat Verzögerung werden 0,25 Prozent der Nachzahlung oder mindestens 25 Euro fällig. Auch Belege müssen der Steuererklärung vorerst nicht mehr beigelegt werden. Das Finanzamt fordert diese bei Bedarf ab – somit wird aus der Belgevorlagepflicht eine Belegvorhaltepflicht. Grundlage für diese Änderungen ist das neue Steuermodernisierungsgesetz, das ebenfalls 2017 in Kraft tritt und das Steuersystem – wie der Name schon vermuten lässt – bis 2018 modernisieren soll.

Spendennachweise waren bisher nötig, wenn man Spenden oder Mitgliedsbeiträge als Sonderausgaben steuerlich geltend machen wollte. Bei Spenden bis 200 Euro oder im Katastrophenfall reichte der vereinfachte Nachweis beispielsweise in Form einer Buchungsbestätigung. Dieser Nachweis muss künftig auch nur noch auf Aufforderung abgegeben werden. Doch Vorsicht, das Finanzamt kann bis Ende des Jahres, indem der Bescheid verschickt wurde, den Beleg einfordern.

Wer berufsbedingt umziehen muss, kann ab Februar 2017 ebenfalls höhere Beträge bei der #Steuer absetzen. Für Alleinstehende erhöht sich der Betrag von 746 auf 764 Euro, für Verheiratete von 1493 auf 1528 Euro – sind weitere Personen vom Umzug betroffen können je Person weitere 337 Euro geltend gemacht werden. Auch wer nur aus privaten Gründen umzieht, kann jährlich bis zu 20.000 Euro als haushaltsnahe Dienstleistung für Speditions- und Umzugskosten geltend machen – allerdings nur Zahlungen, die nicht in bar getätigt wurden.

  • Die Beitragsbemessungsgrenze steigt

Was die Bürger an Steuern sparen, müssen sie für die #Sozialversicherung wieder hinlegen. Auch 2017 steigen die Betragsbemessungsgrenzen wieder. Für die Renten- und Arbeitslosenversicherung steigen diese in Westdeutschland auf 6350 Euro Brutto-Monatseinkommen. Im Osten sind es 5700 Euro. Für die Kranken- und Pflegeversicherung steigt die Grenze bundesweit auf 4350 Euro monatlich. Bei der Krankenversicherung liegt die Jahresentgeltgrenze ab 2017 bei 57.600 Euro jährlich. Wer ein höheres Einkommen hat, kann sich privat versichern. Als Grund für die Erhöhung wird der Einkommensanstieg aus dem Jahr 2015 aufgeführt – im Westen betrug dieser 2,46 Prozentpunkte, im Osten 3,91.

  • Die Pflegestufen ändern sich

Statt wie bisher drei gibt es ab Januar 2017 fünf Pflegestufen. Für die meisten bedeutet die Umstellung vor allem mehr Geld. Die neuen Pflegestufen orientieren sich vor allem am Grad der Selbstständigkeit. Dadurch werden auch geistige Beeinträchtigungen stärker berücksichtigt. Zudem steigt die Anzahl der Versicherten, die Anspruch auf Leistungen aus der Pflegekasse haben, da die erste Pflegestufe früher greift. Nachteil: um all das finanzieren zu können, erhöht sich der Beitrag der Pflegeversicherung für Personen mit Kindern auf 2,55 Prozent und für Kinderlose 2,8 Prozent.

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