In #Brasilien sind landesweit inzwischen über 1177 Sekundärschulen, über 100 Hochschulen und 176 Universitätscampi von Studenten besetzt. Trotz gewaltsamem, illegitimen Räumungen durch die Polizei und regierungstreuen Gruppierungen, wie die Bewegung Freies Brasilien (MBL), kommen täglich neue Besetzungen hinzu. Es wird von den grössten Besetzungen Brasiliens gesprochen, die sogar die Demonstrationen bei Ende der Diktatur 1986 übersteigen. Der Großteil der Besetzungen befindet sich im südbrasilianischen Bundesstaat Paraná, der für seine konservative Politik bekannt ist, bereitete sich in den letzten Tagen aber massiv in anderen Landesteilen aus.

Die Schüler und Studenten kämpfen gegen drei Angriffe der illegitimen Regierung von Präsident Michel Temer, der die demokratisch gewählte Präsidentin Dilma Rousseff im August im Rahmen eines institutionellen Staatsstreichs stürzte:

1) Drastische Reformen des Unterrichtsplans der Sekundärschulen anhand eines Präsidialdekrets ohne jegliche Debatte oder Diskussion; 2) eine Verfassungsänderung, PEC 55 (ehemalig PEC 241), die die Ausgaben für soziale Programme, Bildung und Gesundheit für zwanzig Jahre einfrieren; 3) Gesetze der Politischen Rechten die die Meinungs- und Informationsfreiheit einschränken, wie zum Beispiel "Schulen ohne Parteien", die politische Diskussion im Klassenzimmer untersagen

Die landesweite Studentenbewegung ##OcupaTudoBrasil ruft heute zum grossen Streik und Widerstand gegen die Verfassungsänderung auf. Dabei erhalten die Studenten Unterstützung von den Professoren der Universitäten, des Personals der Hochschulen, sowie den wichtigsten Gewerkschaftssyndikaten.

Auf Ihrer Facebook Page (OcupaTudoBr) steht: "Diesen Freitag werden wir alles stoppen...und ganz viel Druck machen. Sie (Die Regierung) kann uns nicht ignorieren". Und weiter "Sollten die Medien nichts veröffentlichen, werden wir dies tun“.

In Brasilien wurde bis jetzt anhand von Medienmanipulationen die Besetzungen soweit wie möglich im Verdeckten gehalten und kriminalisiert, weshalb die Social Media Plattformen die zentrale Rolle in der aktuellen Mobilisierung bilden.