Der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender Volker Kauder hat - nach mehreren sich gegenseitig bestätigenden Quellen - in einer Sitzung der Unionsfraktion des Deutschen Bundestages Verägerung darüber gezeigt, dass in Deutschland gegen alles Mögliche demonstriert werde, nicht aber gegen die Syrien-Politik des russischen Präsidenten.

Was soll das Ganze?

Es stimmt schon. Wenn eine Rakete der US-Army ein nichtmilitärisches Anwesen auch nur ansatzweise streift, ist die halbe deutsche Friedensbewegung auf der Straße, um sich mit Trillerpfeifen und von den Schwulen geklauten Regenbogenfahnen zu empören. Wenn dann die Russen Aleppo plattbomben, rührt sich kein Mensch in "Good old Germany". Die Frage ist jetzt allerdings, welche von beiden Verhaltensoptionen die Richtige ist.

Im Westen nur Heulsusen

So leid es einem auch tut, die Idee einen Krieg aspetisch zu führen, ist eine Illusion. Während die USA und die NATO unter dem Druck ihrer verweichlichten Bevölkerungen so tun, als sei ein Bombardement gleichsam chirurgisch durchführbar, ist das blanker Nonsens. Das unschöne Wort "Kollateralschaden", womit aus Versehen getroffene zivile Ziele gemeint sind, geht auch nicht auf das Konto der Russen. Das alles ist Teil einer Marketingstrategie, mit der die USA und die NATO ihre Kriege besser verdaulich präsentieren wollten.

Die Russen waren immer klar

Die Russen dagegen, haben sich noch nie um eine "chirurgische Kriegsführung" gekümmert. Putin führt Krieg, ganz einfach. Aleppo wurde dem Erdboden gleich gemacht, weil sich dort offenbar islamistische Rebellen in allem verschanzt hatten, was noch stand. Israel macht das übrigens so ähnlich, wenn sie Terroristennester ausschalten. Nachdem russische Bomben auch noch das letzte Krankenhaus in die Luft gejagt hatten und sich der Pulverdampf jetzt etwas lichtet, schickt die russische Armee angeblich mobile Lazarette ins Kriegsgebiet.

So ist Krieg eben: brutal

Das ist Krieg, so wie er eben ist. Horrend, brutal, leidvoll und tödlich. Aber ehrlich: den Russen daraus einen Vorwurf zu machen, ist doch etwas gewagt. Man kann entweder für eine militärische Lösung sein oder dagegen. Ist man dafür, zeigen einem die Russen, wie man es kurz, schmerzvoll, aber effektiv tut. Die Israelis, wie gesagt, verfolgen ähnliche Strategien und selbst die Briten hätten Falkland verloren, wenn sie nicht alles versenkt hätten, an dem eine argentinische Fahne wehte.

Demos werden missbraucht

Was nun die Demonstrationen angeht, gibt es ein ganz anderes Problem. Seit der Erfindung des Astroturfing (Vortäuschen von Demonstrationen, googeln Sie es mal) und der Möglichkeiten, seine Meinung über das Internet auszudrücken, müsste man sich mal fragen, ob klassische "Demos" nur noch eine anachronistische Verkehrsbehinderung sind, die niemand mehr ernst nimmt. Die klassische Demonstration diente dem Ausdruck von Gruppeninteressen gegenüber der Obrigkeit in einer Zeit, in der es kein anderes Mittel gab. Deswegen sollte man überlegen, ob es noch gerechtfertigt ist, wenn eine Demo von hundert frustrierten Kindergärtnerinnen den Frankfurter Berufsverkehr lahmlegt.

Schaffen wir klassische Demos ab

Das klassische #Demonstrationsrecht lädt heute eigentlich nur noch zum Astroturfing ein. Erinnern Sie sich, wie nach der US-Wahl Bilder von Volksaufständen vor dem Trump Tower in New York City durch die Medien gejagt wurden? Von meiner Wohnung zum Trump Tower sind es mit dem Fahrrad 20 Minuten. Und was finde ich vor? Den Rest einer von den "Demokraten" organisierten Astroturfing Rally. Nichts von wegen Volksaufstand. Vielleicht sollten Herr Kauder und seine Chefin mal darüber nachdenken, was das bedeutet. Wenn Fake-Demonstrationen mediale Aufmerksamkeit bekommen, ist das hoch problematisch. Es verzerrt die Wahrnehmung dessen, was wirklich Volksmeinung ist in drastischer Weise. Vielleicht sollte man das Demonstrationsrecht entsprechend anpassen. Nein, nicht sollte. Man müsste. Wer von den Gefahren durch "Fake-News" spricht, sollte bei den Fake-Demos anfangen aufzuräumen. #Fake News #Fake Demos