„72 Prozent der Sex-Mob-Verfahren eingestellt“, titelt unter anderem Bild-Online vor drei Tagen. Auf dem Hintergrund der Zahlen der NRW-Regierung seien in Köln 509 von 1205 angezeigten „Silvesternacht-Taten“ sexuell motiviert gewesen. 83 Männer hätten ermittelt werden können, bei 52 seien die Verfahren bisher eingestellt und sechs Täter bisher verurteilt worden. Für die teilweise schwer traumatisierten Opfer dieser Nacht, dürfte das eine bittere Bilanz sein. Auf der anderen Seite, harte Urteile, die hinterher kassiert werden, binden wertvolle Kräfte der Justiz.

Der Weisse Ring warnt: Das Vertrauen der Bürger darf nicht verspielt werden

Seit 11.30 Uhr gibt es eine Stellungnahme der Opferschutz-Organisation „Weisser-Ring“: „Aus unserer praktischen Arbeit wissen wir, dass sexuelle Übergriffe für die Opfer ganz massive Verletzungen ihrer Persönlichkeit und körperlichen Unversehrtheit darstellen“, so die Bundesgeschäftsführerin Bianca Biwer auf Anfrage von Blastingnews. Der „Weisse Ring“ nehme den Staat schon lange in die Pflicht, Straftaten konsequent zu verfolgen und entsprechen zu ahnden. Es müsse alles getan werden, um erlittenes Unrecht aufzuklären. „Es geht hier um ein kostbares Gut: das Vertrauen der Bürger in ein funktionierendes Rechtssystem, das ein sicheres Zusammenleben bestmöglich garantiert. Dieses Vertrauen darf nicht verspielt werden“, so Biwer.

Wie ist das gehäufte Auftreten in einer Nacht über ganz Deutschland zu erklären?

Doch was steckte eigentlich wirklich hinter diesem geballten Auftreten sexualisierter Gewalt? Zunächst wurde erfolglos nach einer Sex-Mob-App gesucht, nach Verabredungen über soziale Netzwerke. Wieso trat dieses Phänomen auf einmal in einer Nacht überall in Deutschland so gehäuft auf? Wieso waren so auffallend viele gerade eingereiste Flüchtlinge beteiligt?

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Aussage eines, in der letzten Woche am Amtsgericht Bergisch Gladbach, verurteilten 28-jährigen Irakers. Der Mann war mit Frau und fünf Kindern einen Monat vorher eingereist und trank Silvester Alkohol. Dafür, dass er in der #Silvesternacht einer 19-Jährigen mitten in einer Gaststätte zwischen die Beine gegriffen hatte, präsentierte der Angeklagte folgende Erklärung: Er wollte den Bruder seines Opfers bestrafen, von dem er sich bei der Silvesterfeier beleidigt gefühlt habe. Um sich an dem Mann zu rächen, habe er seiner Schwester in den Schritt gegriffen. #Weisser Ring #Sex Mob