Als gäbe es nichts wichtigeres, musste die Haushaltsdebatte herhalten, um an Hass- und Fakekommentaren im Web Kritik zu üben. Eine funktionierende Justiz und Rechtssprechung müsste mit diesem Problem eigentlich locker fertig werden. Zumal, wenn man sich die Strategen ansieht, die bisher "verurteilt" wurden. Ein Mechaniker hatte sich despektierlich über Claudia Roth geäußert, was zu einer fetten Strafe führte.

Ein Hartz IV-Empfänger ließ seinen Frust im Web ab und wurde prompt vom Eingliederungs-Arbeitsplatz weg "abgeführt" - da werden sich die Drogendealer etwa vom Kotti in Berlin ins Fäustchen gelacht haben, denn die machen gleich zu Dutzenden dort fröhliche steuerfreie Geschäftchen, was die Kanzlerin offensichtlich nicht extra erwähnenswert findet.

Weshalb dann der offensichtliche Hype zu den Internetkommentaren, bei welchen ja auch Heiko Maas so viel Aktionismus zeigt. Das hat er auch bitter nötig, wo man doch das "epochale Jahrhundertereignis" (Gauck zur Migration) angeblich nicht hat kommen sehen.

Ausgerechnet die Politik, wo uns so manch ein "Dr. pseudo" frech gefoppt hat, wo Lügen, Tricksen und Täuschen quasi zum Basiskönnen eines jeden Politstrategen gehören, diese Politik will nun im Web "Fakekommentare" gesichtet haben. Man müsste fast lachen, wäre es nicht so traurig.

Fake?

Einen der größten Fakes hat sich die Politik erlaubt, als sie mit der NPD eine Partei verbieten wollte, von der die meisten Politiker nicht wussten, dass sie so sehr mit V-Leuten unterwandert war, dass sie eigentlich eine "Fake-Partei" war.

Mehrere "Kleine Anfragen" haben gerade in der Zeit der merkelschen Kanzlerschaft offengelegt, wie am Bundestag vorbei "getrickst" wird. Die Kanzlerin ist offenbar so aufgebracht, weil ihre gelenkte Demokratie per Nudging doch nicht so einfach funktioniert, wie sie es sich vorgestellt hat? Da war es in der internetlosen Zeit einfacher die Oberhoheit über die "Stammtische" zu erlangen. Denn diese wurden damals angeprangert: Die bierseligen Stammtischparolen! In den Debatten hat man es sich dann gegenseitig vorgeworfen: Die andere Seite versuche den Stammtischen nach dem Munde zu reden, um die Hoheit über die Stammtische zu erlangen. Und tatsächlich haben Strategen damit Wahlen gewonnen - etwa mit der Stammtischparole:

Wo kann ich hier gegen Ausländer unterschreiben?

Die Hessen erinnern sich noch?

Da haben es die Schlapphüte heute doch leichter, wenn der eine oder andere Dödel "Stammtischparolen" im Web veröffentlicht! Das genügt aber nicht und die Internetsheriffs dringen auch in "geheime und geschlossene Foren" locker vom Hocker vor, ohne sich um demokratische, rechtstaatliche Gesetze zu scheren - sind manche doch auch ehemalige Stasi-Mitarbeiter. Wenn ehemalige IM's nun ausgerechnet das Web sauber halten, dann können wir doch auch das gute alte DDR-Hausbuch wieder einführen und evtl. die bewährten Blockwarte - man kann sie heute doch anders nennen: etwa Demokratiewächter - immer schön auf Rabulistik und Neusprech achten, dann kann man alles "positiv" verkaufen!

Seriöser Journalismus sei an Wahrheitspflicht gebunden, meinte die Kanzlerin. So wie der Vorwärts oder der Bayernkurier? Die Facebookalgorithmen zu bemühen, ist fast schon peinlich, wenn man je an einem Parteitag teilgenommen hat, bei welchen man sich gegenseitig die eigene Meinung bis zur euphorischen Bewusstlosigkeit immer wieder bestätigt. Die Gnade der internetlosen Zeit ist endgültig vorbei, als man die Menschen mit zwei TV-Programmen und einem Dutzend Verlagen steuern konnte.

Aber man sagt es uns direkt ins Gesicht: Wir können der Bevölkerung nicht alles offenbaren, das könnte "verunsichern". Was ist denn alleine mit dem sogenannten "Unterwerfungsbrief", ohne den Brandt nicht hätte Kanzler werden können?

Ich verstehe die Angst der Politiker vor dem Web vollkommen! Denn bei den ganz dicken FAKES, an deren Aufdeckung internationale Rechercheteams arbeiten, da möchte man seinen Namen nicht wirklich im Web lesen - siehe Dieselskandal und Panamapapers. #Merkel #Facebook #Internet