Als Folge des allgemeinen Chaos in der Welt werden die Deutschen wieder konservativer. Nicht spießiger oder engstirniger, aber misstrauischer gegenüber Experimenten. Es herrsche ein allgemeines Klima der Sehnsucht nach Heimat, Sicherheit und Geborgenheit, wie der Soziologe Peter Stein zu bedenken gibt. Dieser Auffassung ist auch der Konsumphilosoph Klaus Ostmann. Weniger die Selbstfindung stehe künftig im Vordergrund, sondern der Faktor der sozialen Eingebundenheit. Diese These vertraten beide Experten auf einem Symposium der Union Deutscher Verbraucher (UDV). Die Werterangliste der Deutschen werde sich massiv verschieben, waren sich die Teilnehmer einig. Dies gelte auch für andere Gesellschaften und erkläre politische Bewegungen hin zur rechten Mitte.

Auch würden Arbeitstugenden wieder in Mode kommen, die in der Nach-68er-Zeit aus der Mode kamen, so Ostmann. Fleiß, Disziplin, Pflichterfüllung werden wieder Konjunktur haben, so seine Prognose. Schon heute sei die Erziehung der Kinder konservativer geworden. Er habe in seinem Institut danach gefragt, wie seine Mitarbeiterinnen heute ihre Kinder erziehen würden. Als Antwort bekam er Stichworte wie Ehrlichkeit, Anstand und Benehmen. Politikwissenschaftler Anton Schmertz sieht Probleme zwischen verschiedenen sozialen Gruppen in Zukunft zunehmen. Die #Politik müsse die Ängste der Menschen ernster nehmen. Man könne bereits heute nachweisen, dass Konflikte zwischen Einheimischen und Einwanderern ein anschwellendes Problem darstellen, das als sozialer Zündstoff für die Zukunft schwerwiegender ist, als der Graben zwischen arm und reich.

Für die Konsumerwartungen der Menschen prognostizierten die Experten eine stetig ansteigende Erwartung an Robustheit und Haltbarkeit. Die Besitzdauer, etwa bei Elektronik oder Autos, steige bereits heute signifikant an. Der Turnus der Gerätewechsel werde sich noch weiter strecken, weil die Menschen in Zeichen allgemeiner Unsicherheit fast schon unbewusst an dem festhalten, was sie haben. Für die Industrie bedeutet dies, dass die Verbraucher bereit sein werden, wieder mehr für gute Ware zu bezahlen, die dann jedoch auch höheren Ansprüchen genügen muss und eine entsprechend langfristige Haltbarkeit aufweisen kann. #Konsum #Zukunftsforschung