In der aktuellen Ausgabe der EMMA (Januar/Februar 2017) beschäftigt sich #Alice Schwarzer mit einem Gutachten für den NRW-Untersuchungsausschuss zur Kölner Silvesternacht von dem Wiesbadener Rechtspsychologen Prof. Rudolf Egg. Dieses Gutachten stellt die Sicht der Opfer dar, wofür rund 1000 Anzeigen ausgewertet wurden. Das Gutachten liege der EMMA vor, schreibt Schwarzer und was sich ergebe sei wesentlich erschreckender als bisher angenommen.

Von der Rolle der Polizei sei sie überrascht. „Auch ich hatte bisher die These vertreten, die Polizei sei selber Opfer gewesen: Opfer eines politischen Tabus beim Umgang mit Migranten und Flüchtlingen, sowie ihrer Überforderung vor Ort“, so Schwarzer.

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Aber die Aussagen der betroffenen Frauen hätten ergeben, dass die Polizei zum Teil bewusst weggesehen habe. Um so wichtiger seien die Ergebnisse der noch ausstehenden Gutachten zur Analyse der polizeilichen und politischen Kommunikation.

#Silvesternacht: Fast Panik bei 3000 Menschen im #Kölner Dom

Das aktuelle Gutachten gehe davon aus, dass sich über 2000 Männer auf dem Bahnhofsvorplatz verabredet hatten. Schon gegen 18 Uhr hätten hunderte Männer randaliert und unter anderem die Fenster des Doms massiv mit Böllern beschossen. Laut Schwarzer so stark, dass bei den 3000 Menschen in der Abendandacht beinahe eine Panik ausgebrochen wäre. Auch in schon in dieser Situation sei die Polizei nicht eingeschritten.

Für Schwarzer hatten sich die Männer verabredet, um auf ihre Art zu „feiern“. Die EMMA-Chefin vermutet, dass eine Handvoll Initiatoren gegeben habe, die gezielt an Flüchtlinge und Illegale eine Einladung per Facebook, Handy und Mundpropaganda zur Kölner Silvesterfeier zukommen ließen.

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Das sind für Schwarzer Leute die genau gewusst hätten, was sie da planten.

Routine bei der Frauenjagd

Auch das Ziel sei genau ausgesucht worden. Der Platz liege verkehrstechnisch zentral, die Kölner Polizei und Justiz sei für Milde bekannt, sagt die EMMA-Chefin. Zudem handele es sich bei dem Kölner Dom um das wichtigste Heiligtum im christlichen Abendland.

Laut Schwarzer habe sich gezeigt, dass es für die meisten Täter in der Silvesternacht nicht „die erste Jagd auf Frauen“ gewesen sei. Das zeige ihre Routine bei der Art, wie sie ihre Sexualstraftaten begangen hätten. Diese Täter hätten genau gewusst, was zu tun ist, hätten eingespielt und „schwarmartig“ agiert.

Die EMMA feiert in der aktuellen Ausgabe ihren 40. Geburtstag, der am 26. Januar 2017 ansteht. Die Chefin gibt im Vorwort die Marschroute für die Zukunft aus: Die EMMA sei auf dem richtigen Weg, wenn sie sich weder dem Mainstream noch der Political Correctness beuge.