Amri sollte mit einem Lkw in die Menschenmenge auf einem Weihnachtsmarkt einrasten haben. Zwölf Menschen kamen ums Leben, Dutzende landeten im Krankenhaus. Auf die Spur von Amri kam die Polizei mit seinem auf dem Tatort hinterlassenen Ausweis. Seine Hintergründe sind zwar noch unklar, wahrscheinlich handelt es sich aber um ein Terrorakt. Als für IS bleibt die Tat jedoch ungewöhnlich.

Anis Amris Werdegang als Terrorist.

Er wuchs in Ouestalia im Norden Tunesiens auf, einem Ort mit 30.000 Einwohner, etwa 130 Km südlich von Tunis.

Amris Vater ist ein Tagelöhner mit einer großenFamilie. Amri hat drei Brüder und fünf Schwestern.

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Seine Kindheit hat er in Tunesien 90er Jahre verbracht, in einer Diktatur, was ihm wenige Aussichten auf ein großes Leben gegeben hatte.Wie der Vater zuerst behauptete, hat er Abitur gemacht, sein alter Bruder widersprach aber und sagte, er hatte achte Klasse absolviert und die Schule abgebrochen. Stattdessen ging er herum, trank und kiffte. In Deutschland hätte ihn man als einen normalen Jugendlichen gesehen, in Tunesien drohte ihm eine Strafe (für Kiffen bekommt man dort ein Jahr Gefängnis, auch wenn man damit zum ersten Mal erwischt wird). Amri würde erwischt und bestraft, was ihn nicht hinderte, weiter die Regeln zu brechen. Bald würde er zu einer Haft von 5 Jahren wegen Raub mit körperlichen Gewaltanwendung verurteilt.

Nach arabischem Frühling, um der Armut und Polizei zu entfliehen, beschließt er nach Norden auszuwandern.

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2011 kam er mit 64 anderen in Lampedusa an.

Bei der Aufnahme log er, er wäre minderjährig, wobei er schon 19 war. Wegen sein junges Aussehen glaubte man ihm.Von dort würde er nach Sizilien umgelagert. Die Unterkunft war schwierig, Gewalt alltäglich. Amri fiel wegen Vandalismus auf, wegen Körperverletzung und Bedrohung.Im Oktober 2011 wurde er wegen versuchter Brandstiftung zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. 2015 kam er auf freien Fuß. In dieser Zeit radikalisierte er sich und nahm ersten Kontakt zum Salafismus auf.Amris reiste über die Schweiz nach Deutschland aus, wo es ziemlich früh bekannt war, er habe 5 verschiedene Identitäten. Er radikalisierte sich weiterhin und hat angefangen, sich die Waffen zu besorgen. Lebte meistens in Berlin. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat ihn mehrere Monate beobachtet. Im November Beschäftigte sich dann das gemeinsame Terrorismusabwehrzentrum (GTAZ) mit ihm.Niemand kann bislang sagen, wieso ihn die Behörden aus den Augen verloren haben. Am Dienstag fanden sie seine Spur wieder, als Fingerabdruck und in Form einer Duldungsbescheinigung im zerstörten Führerhaus des Lastwagens.

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Nach dem Terrorakt bekommt auch Angela Merkel schwere Vorwürfe: „Das sind Merkel´s Tote“ – schrieb ein Europaparlamentarier der AfD. Darauf antwortete SPD-Vize, Ralf Stenger „Statt Respekt vor den Opfern schon wieder ekelhafte politische Ausweidung dieser Tragödie durch die AfD und andere rechte Scharfmacher“.Der bayerische Innenminister, Joachim Hermann sagte: „Wir müssen uns jetzt mit der Frage beschäftigen, welche Risiken wir mit dieser großen Zahl von Flüchtlingen ins Land bekommen“.Und Polizei warnte schon bei den Straftaten von Freiburg und Bochum vor einem Generalverdacht gegen Flüchtlinge.Die Berliner zeigen den Attentätern ein dickes Fell.

Der Weihnachtsmarkt dauert weiterhin, trotz Trauer. #AnisAmri #BerlierAttentat #FlüchtlingeGewalt