In der sich immer schneller drehenden Medienlandschaft gehen Meldungen über das Wirken des Bundespräsidenten oft rasch unter. Zu groß ist die Hektik der politischen Alltagsgeschäfts, als dass die langen Linien der Politik, die eine der Aufgaben des deutschen Präsidenten sind, angemessen dargestellt werden. Dabei hat #Bundespräsident #Joachim Gauck kürzlich eine wegweisende Positionierung Deutschlands gegenüber Nordkorea und seinem Diktator Kim Jong-un definiert und das ohnehin gute Verhältnis zu #Japan weiter verbessert. Er wählte dazu eine Reise in das Kaiserreich, bei der er sowohl Japan als auch Deutschland nahelegte, künftig mehr für die eigene Verteidigungsfähigkeit zu tun.

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Beide Nationen, Japan wie Deutschland, hätten nach dem Zweiten Weltkrieg einen ungeahnten Aufschwung zu den wichtigsten Wirtschaftsmächten der Welt geschafft und seien durchaus in der Lage, für ihre eigene Sicherheit einzustehen, wenn der Wille dazu gegeben ist. Hinsichtlich des nordkoreanischen Regimes des jungen Potentaten Kim Jong-un fand der Bundespräsident klare Worte. Gerade in Japan, quasi ein direkter Nachbar Nordkoreas, hat man große Sorgen wegen des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms. Das Kaiserreich Japan ist schließlich das einzige Land der Welt, das jemals mit Nuklearwaffen bombardiert wurde und erlebte 2011 mit dem Mehrfach-GAU von Fukushima ein zweites Atom-Trauma.

Der Bundespräsident sucht den Schulterschluss!

Bundespräsident Joachim Gauck zeigte größtes Verständnis für die Befindlichkeiten der Japaner und stellte klar, dass Deutschland die Gefahren durch das Regime in Pjöngyang sehr ernst nimmt.

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Im Rahmen einer Ansprache an der Tokioter Waseda University rief der deutsche Präsident zur Gemeinsamkeit der internationalen Gemeinschaft auf, um auf Nordkorea koordiniert und mit klarer sowie konsequenter Haltung zugehen zu können. "Gegenüber einem die gesamte Region bedrohenden Nordkorea muss die internationale Gemeinschaft unbedingte Geschlossenheit zeigen", mahnte Joachim Gauck. Keinesfalls dürfe man zulassen, dass ein atomarer Schlagabtausch jemals wieder passiere, so der Präsident, der auch insistierte, dass beide Industrienationen, Deutschland und Japan, sich deutlich stärker um ihre militärische Sicherheit kümmern müssten. Japan sieht die Vorgehensweisen des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong-un sorgenvoll, ebenso wie dessen Atomtests und von Nordkorea abgefeuerte ballistische Raketen - aber auch ein erstarkendes China und ein unberechenbareres Russland bereiten Tokio Kopfschmerzen.

Kein neuer Militarismus aber mehr Selbstschutz?

Vorsorge und Diplomatie müssten immer das Mittel der ersten Wahl sein, doch bedeutsame Nationen wie Japan und Deutschland dürften sich hinsichtlich ihrer Sicherheit nicht allein auf andere verlassen, erklärte der Bundespräsident.

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Gerade in Japan, das an einer Revision seiner streng pazifistischen Verfassung arbeitet, sind diese Mahnungen des deutschen Präsidenten von großer Bedeutung und ein Zeichen der deutsch-japanischen Solidarität zwischen den beiden wichtigsten Aggressoren und Verlierern des Zweiten Weltkriegs. Wörtlich sagte Bundespräsident Gauck im Bewusstsein der Geschichte beider Nationen: "Unsere Geschichte darf keine Begründung für Untätigkeit sein, wenn Menschenrechtsverletzungen zu Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit werden". Die wohl gesetzten Worte und die Positionierung des Bundespräsidenten stießen in Japan daher auf offene und sehr wohlwollende Ohren. Der Besuch des deutschen Staatsoberhauptes in Japan hat somit die Beziehungen zwischen beiden Nationen über die Tagespolitik hinaus weiter vertieft.