Als in Baden-Württemberg eine grün-schwarze Koalition an den Start ging, dachte man, es brechen ultraliberale Zeiten an. Doch offenbar ist das Gegenteil der Fall. Nach dem grausamen #Mord einer jungen Studentin aus #Freiburg im Breisgau verlangt der baden-württembergische Minister des Inneren Thomas #Strobl (CDU) radikal neue Methoden hinsichtlich vermeintlich minderjähriger Flüchtlinge. In der Landeshauptstadt Stuttgart betonte Strobl: "Wir gewähren ihnen Rechte, die nur ihnen zustehen und deshalb müssen wir mit mehr Sorgfalt schauen, wer minderjährig ist und wer nicht. (…) Das geht hin bis zu einer standardmäßigen Röntgenuntersuchung des Handwurzelknochens.

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Denn viele Flüchtlinge führten leider keinen Pass mit sich, und in vielen Fällen können wir uns leider auch nicht auf die Altersangabe verlassen". Der Freiburger Mordfall hatte Schockwellen durch Deutschland gejagt. Jetzt stellte sich heraus, dass der verdächtige Mann bereits im Jahr 2015 in Griechenland aufgrund einer schweren Gewalttat zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt worden war. Aufgrund spezifisch griechischer Umstände, wurde er jedoch recht bald weniger freigelassen und machte sich auf den direkten Weg in die Bundesrepublik.

Wer war unvorsichtig? Die Deutschen oder die Griechen?

Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière (CDU) nahm dies als Anlassen, den Griechen diese Entscheidung als Fehler vorzuwerfen. Man hätte den Verurteilten trotz Verstößen gegen seine Bewährungsmaßgaben international nicht zur Fahndung gemeldet.

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Meldesysteme seien immer nur so gut wie die Daten, die in die eingepflegt werden. Das Justizministerium Griechenlands ließ dies jedoch nicht unbeantwortet auf sich sitzen und gab bekannt, der Verdächtige von Freiburg sei mittels Fingerabdrücken erfasst und im europäischen "Eurodac-System" hinterlegt worden. "Diese Daten waren allen europäischen Sicherheitsbehörden zugänglich", betonte Athen.

Wie in Dänemark?

Stephan Mayer, Innenexperte der CSU, drückte Angaben der „Rheinischen Post“ seine Sorge aus, dass "weitere straffällige Personen unentdeckt als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sein könnten". Er verlangt mehr Klarheit: "Die griechischen Behörden müssen rasch die Frage beantworten, ob es noch weitere, ähnlich gelagerte Fälle gibt". OVB Online berichtete indes, Dänemark setze Strobls Pläne bereits um. Rechtsmediziner der Uni in Kopenhagen würden mehrstufige Verfahren anwenden, um das wahre Alter von Flüchtlingen bestimmen zu können. Es würden „Körperbau und andere Alterskennzeichen, mögliche Unterernährung und Krankheiten berücksichtigt. Es folgt eine Röntgenaufnahme der Zähne. Die Entwicklung der Weisheits- und Backenzähne sowie der Zahnwurzeln wird berücksichtigt. Abschließend wird die Hand geröngt. Sogenannte Wachstumsfugen in Finger, Handwurzel- und Unterarmendknochen geben Aufschluss über das Alter“, so OVB Online. Ob Baden-Württembergs Innenminister Strobl seine Pläne mit dem grünen Koalitionspartner wird umsetzen können, wird zu sehen sein.