In all dem schlimmen Chaos infolge des mutmaßlichen Terroranschlags in #Berlin, hat der #Bundespräsident eine klare Ansage gemacht und damit sehr transparent gezeigt, wie wichtig das Amt des deutschen Präsidenten als solches ist. Während die mit der Tagespolitik beschäftigten Regierungsmitglieder mit der Krisenbewältigung alle Hände voll zu tun haben, hat der Bundespräsident die Marschrichtung für die unter Schock stehende Hauptstadt und das Land als Ganzes vorgegeben. Wörtlich sagte Präsident #Joachim Gauck: "Unser Zusammenhalt wird nicht schwächer, er wird stärker, wenn wir angegriffen werden. Wir suchen einander, wir sprechen miteinander, und wir sorgen füreinander.

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(...) Die Bürger können darauf vertrauen, dass der Staat entschlossen handelt, um Sicherheit zu gewährleisten. Und vor allem machen wir uns eins bewusst: Unser Deutschland, es bleibt ein Land der Freiheit, des Zusammenhalts und des inneren Friedens".

Worte der Stärke!

Der Bundespräsident reagierte mit dieser Vorgabe deutlich anders als etwa sein Amtskollege in Frankreich, Françoise Hollande, der nach den dortigen Anschlägen auf eine eher kriegerische Rhetorik umgeschaltet hat. Bundespräsident Joachim Gauck hat treffgenau jenen Punkt angesprochen, der den mutmaßlichen Terroristen das eigentliche Anschlagsziel war, nämlich der Zusammenhalt in der deutschen Gesellschaft mit all ihren Facetten. Gaucks Botschaft und Leitlinien lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Jeder Versuch, die deutsche Gesellschaft auseinanderzutreiben wird nur dazu führen, dass wir enger zusammenrücken - und zwar alle.
  • Wir sollen unseren liberalen Lebensstil weder den Terroristen noch den Angsthasen opfern.
  • Der Staat muss und wird dafür Sorge tragen, dass alles Menschenmögliche getan wird, um eine Wiederholung einer solchen Katastrophe wie in Berlin zu verhindern.

Im Laufe der Woche besuchte der Bundespräsident auch die Verletzten in der Berliner Charité und ließ sich von den Ärzten über den Zustand der Patienten informieren.

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In Zeiten wie diesen, ist es von großer Bedeutung, dass ein aktiver und prinzipientreuer Präsident im Schloss Bellevue sitzt und es ist zu hoffen, dass sein designierter Nachfolger Frank-Walter Steinmeier (SPD) im neuen Amt zur selben Führungsstärke findet.

Das meistunterschätze Amt!

Der deutsche Bundespräsident hat nämlich viel mehr Einfluss und Einwirkungsmöglichkeiten auf die Politik, als es der Durchschnittswähler denkt. Das Klischee vom Grüßaugust und Winkeonkel ist ebenso falsch wie verbreitet. Das Agieren des Bundespräsidenten ist äußerst wichtig, er hält Kontakt in die Ministerien und zum Bundeskanzleramt, bespricht sich mit den Ministern und der Kanzlerin, kurzum: er ist der Aufsichtsratschef der Nation, während der Kanzler die Tagesgeschäfte führt.

Wichtiger denn je?

Je rauer die Fahrwasser der Landes, desto entscheidender ist demnach die Rolle des Bundespräsidenten. Die Mütter und Väter des Grundgesetzes haben das Ganze ziemlich intelligent konstruiert, und zwar so, dass der Präsident automatisch bedeutsamer wird, je unübersichtlicher und hektischer die Lage sich entwickelt.

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Schade, dass dieses so zentrale Amt immer noch und immer wieder fälschlicherweise als wirkungslos dargestellt wird. Das mag daran liegen, dass der Mensch nur jene Macht anerkennt, die er sichtbar in Aktion wahrnimmt. Wie dem auch sei, der Präsident hat wieder einmal die Richtung gewiesen - und sie ist richtig.