Gerade mit 89,5 Prozent zur Parteivorsitzenden wiedergewählt, legt sich #Angela Merkel mit ihrer Partei an: Die Bundeskanzlerin will den Parteibeschluss der CDU zur doppelten Staatsbürgerschaft nicht umsetzen. Der Antrag dazu kam von der „Jungen Union“. „Merkel kneift“, titelt die Süddeutsche Zeitung, die „Stuttgarter Nachrichten“ nennen es eine „Provokation“, die auch die bayrische Schwesterpartei CSU erneut erzürnen könnte.

Und darum geht es: Seit 2014 müssen sich in Deutschland geborene Kinder von ausländischen Eltern nicht mehr zwischen zwei Staatsbürgerschaften entscheiden. So wurde es im Koalitionsvertrag zwischen #CDU und SPD vereinbart.

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Das soll wieder rückgängig gemacht werden, beschloss die CDU nun auf dem Parteitag. Doch nicht in ihrer Abschlussrede, sondern hinterher in die Fernsehkameras, so die „Stuttgarter Nachrichten“, habe Merkel erklärt: „Es wird in dieser Legislaturperiode keine Änderung geben.“ Sie persönlich halte den Beschluss für falsch.

Entscheidung ist keine Zumutung

Unionsfraktonschef Volker Kauder wiegelt ab. „Beschlüsse des Bundesparteitags werden natürlich von der Bundestagsfraktion ernst genommen.“ Wegen dem Koalitionspartner müssten die Delegierten aber verstehen, dass Beschlüsse nicht sofort Gesetzestext werden können.

Und der Koalitionspartner hat für den Beschluss keinerlei Verständnis. Es sei ein „schlimmer Beschluss“ so SPD-Parteichef Sigmar Gabriel. Merkel könne sich nicht für eine Million eingeladener Flüchtlinge bejubeln lassen und dafür in Deutschland geborene Kinder schlecht behandeln, zitiert heute.de Gabriel.

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Justizminister Heiko Maas betont: „Die einzige Partei mit der die CDU die Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft umsetzen könnte, wäre die AfD.“ Für Volker Spahn unverständlich: Es sei doch keine Zumutung jungen Leute eine Entscheidung abzuverlangen.

Spott und Humor auf Twitter als Reaktion auf den Parteibeschluss

Auch in den sozialen Netzwerken wird gestritten, zum Beispiel bei Twitter. „Bald ist die Senioren Union fortschrittlicher als die Junge Union.“ Oder „Der wahre Rückhalt von Merkel in der CDU liegt nicht bei 89 sondern bei 49 Prozent.“ Und viele halten die Diskussion für eine „Scheindebatte“. Gerda Hassfeld, Vorsitzende der CSU-Landesgruppe, twittert ein Bild mit dem Text: „Wer die deutsche Staatsbürgerschaft will, sollte sich auch ganz und vorbehaltlos zu ihr bekennen.“

Und auch der Humor kommt nicht zu kurz, wie dieser Tweet zeigt: „Was? #CDU will den #Doppelpass abschaffen?! Anstatt um Fußball sich zu sorgen sollen die lieber Politik machen.“ #Doppelpass