"Deutschland schafft es nicht", finden offenbar nach Agenturmeldungen zahlreiche Mitarbeiter deutscher Ausländerbehörden, die unter einer immensen Arbeitslast stehen. Knapp 300.000 illegale Grenzübertreter mit Asylbegehren sollten in ihre Heimatländer zurückgeflogen werden, doch Rechtssystem und Behörden werden der Vielzahl der Fälle kaum Herr und es fehlt Personal an allen Ecken und Enden. Daran scheitern sogar reihenweise Abschiebungen. Ein exemplarisches Beispiel ist nach Agenturmeldungen die örtliche Verwaltung im beschaulichen Holzminden, Land Niedersachsen. Dort war dem Landkreis vorgehalten worden, nur zwei Vollzeitmitarbeiter und eine Teilzeitkraft würden ganze viertausend Asylbegehrende betreuen.

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Es folgte eine lange Suche nach neuem Personal und erst nach Monaten wurden geeignete Kräfte gefunden, jetzt also insgesamt viereinhalb Mitarbeiter, berichtet die Vertreterin der lokalen Behörde, Frau Niegel. Doch selbst jetzt ist schwer vorstellbar, wie die anfallende Arbeitslast bewältigt werden soll. Auf jedem einzelnen Mitarbeiter lastet die Verantwortung tausender Schicksale.

Überlastet und gefrustet!

"Es hat sich viel Ärger aufgestaut bei den Kolleginnen und Kollegen", berichtet der Mitarbeiter einer Behörde in Nordrhein-Westfalen, der ungenannt bleiben möchte. "Unsere Arbeitsmenge hat sich vervielfacht und wir schaffen es kaum noch, jedem Fall wirklich gerecht zu werden. Ehrlich gesagt, schaffen es viele Kolleginnen und Kollegen an vielen Orten kaum noch. Wir tun unser Bestes, aber der Krankenstand steigt.

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Viele, gerade jüngere Kollegen fühlen sich von den Amtsleitungen und der Politik alleine gelassen".

Es mangelt an Personal!

Doch auch falls die Ämter zeitnah besser ausgestattet werden, bildet die Justiz einen zweiten unfreiwilligen Flaschenhals. Auch dort war niemand auf eine solche gigantische Anzahl an Flüchtenden und illegalen Grenzübertretern vorbereitet, wie es 2015 der Fall war. Selbst Abschiebungen werden so zum Problem. So wird in Holzminden vom lokalen Amtsgericht nur eine Abschiebehaft von 14 Tagen festgesetzt. "Dieser Zeitraum ist viel zu kurz, um alles Erforderliche zu erledigen. Allein das Beschaffen von Zusatzpapieren kann Monate dauern", erklärt Sprecherin Niegel. Der Chef des Landkreistages Huber Meyer ergänzt in einer Meldung: "Es herrscht eine Riesenfrustration unter den Mitarbeitern. (...) Abschiebungen scheitern weniger am Personalmangel, als an rechtlichen Hürden. Es dauert zum Teil sogar mehrere Jahre bis eine ausreisepflichtige Person abgeschoben werden kann", berichtet eine Onlinezeitung.

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Charterflüge zur Abschiebung?

Derweil haben andere Behörden mit der Abschiebung von illegalen Grenzübertretern nach #Afghanistan per Charterflug begonnen. Wie der Sender n-tv berichtet, startete ein erstes Mietflugzeug mit fünfzig Afghanen in Richtung Heimat. Der Protest linker Gruppen ließ nicht lange auf sich warten, das Flugzeug konnte seine Reise trotzdem ungestört absolvieren. Dieser Sonderflug mit einer gecharterten Boeing soll nach Agenturmeldungen der Beginn einer neuen Routine sein. Der nächste Flug sei aber erst für Anfang 2017 vorgesehen. Skeptiker wie der Berliner CDU-Bezirkspolitiker Sven H.* sehen daher angesichts nur fünfzig abgeschobener Personen "mehr Symbolpolitik als echtes Handeln. Es sind Millionen hergekommen und fünfzig werden für einen Haufen Geld vor laufenden Kameras ausgeflogen. Das ist doch mehr Propaganda als selbst die Aktuelle Kamera in der DDR je gewagt hätte, geradezu absurd und Steuergeldverschwendung".

Ist Afghanistan sicher?

Am Flughafen Rhein-Main demonstrierten dennoch einige junge und linke Menschen gegen den Heimflug der Afghanen. Das Land der abgeschobenen sei gefährlich und die Ausweisungen deswegen nicht zu verantworten. Der Chef der "Internationalen Organisation für Migration", William Lacy, betonte jedoch gegenüber dem Springer Verlag, er betrachte "die Rückführung von Afghanen in vielen Fällen für ausreichend sicher“.

*Name ist der Redaktion bekannt. #Charterflüge #Flüchtlinge