Mitte Oktober war eine 19-jährige Medizinstudentin an der Freiburger Dreisam vergewaltigt und ermordet gefunden worden, gestern hatte die Polizei Baden-Württemberg einen Tatverdächtigen festgenommen, heute Nachmittag gab die Polizei auf einer Pressekonferenz in #Freiburg Einzelheiten bekannt.

Demnach handelt es sich bei dem Verdächtigen um einen 17-jährigen Flüchtling aus Afghanistan, der 2015 eingereist sein soll. Der Afghane soll bis zu seiner Verhaftung bei einer Freiburger Familie untergebracht gewesen sein. Über die Familie und deren Reaktion wollte die Polizei noch keine Auskunft geben.

Ein Haar ist dem Verdächtigen zum Verhängnis geworden

Wie Andreas Stenger vom Landeskriminalamt Stuttgart darlegte, hatte die Polizei eine Brombeerhecke in Tatortnähe abgemäht und drei große Säcke voll Dornengebüsch in einer sehr aufwändigen Prozedur im Labor untersucht.

Werbung
Werbung

"Es ist dann gelungen, in diesem Dornengebüsch ein markantes Haar festzustellen, mit einer Länge von 18,5 Zentimeter", so Stenger. Das Haar sei auffällig gewesen, schwarz mit einer auffälligen Blondierung und besonders bedeutend durch die DNA an der Haarwurzel, die mit der mutmaßlichen Täter-DNA am Tatort und am Opfer übereingestimmt habe.

Der mutmaßliche Täter fuhr mit der LInie 1

David Müller, Leiter der Sonderkommission Dreisam, berichtete, dass unmittelbar nach der Tat von der Polizei die unterschiedlichsten Videoaufnahmesysteme gesichert worden seien. Zunächst habe man nur gewusst, dass der Täter wahrscheinlich durchnässt gewesen sein musste. Durch das auffällige Haar habe die Polizei nun einen deutlicheren Anhaltspunkt gehabt. "Wir konnten dann einen Treffer landen, bei einer Videoaufzeichnung der Freiburger Verkehrs-AG.

Werbung

In der Linie 1 ist eine Kamera installiert und dort konnte man erkennen, dass ein junger Mann in der Tatnacht um 1.57 Uhr am Bertoldsbrunnen eingestiegen ist." Mitgefahren sei der Mann bis zu der Endhaltestelle. "Dieser Mann wies eine sehr auffällige Frisur auf, eine sogenannte Undercut-Frisur." Das bedeute an den Seiten und hinten abrasiert, oben seien die Haare etwas länger gewesen, schwarz, blond gefärbt und zu einem Zopf zusammen gebunden.

Erste Fahndungsmaßnahmen begannen Ende November

Ab dem 30. November habe eine polizeiinterne Fahndung nach dem Mann begonnen, die schon am 2. Dezember im Stadtteil Lindenweiler von Erfolg gekrönt gewesen sei. Einen Zusammenhang zu einer, ebenfalls vergewaltigten und ermordeten, 27-Jährigen konnte die Polizei nicht bestätigen.

Die Kölnerinnen dürften an diesem Tag mit Wehmut nach Freiburg blicken. Die massenhaften, sexuellen Übergriffe der Silvesternacht bleiben voraussichtlich zumeist ungesühnt. Nur sechs mutmaßliche Täter wurden ermittelt, ein einziger wegen sexueller Nötigung verurteilt. Auch die Reaktion der NRW-Landesregierung scheint befremdlich, denn die soll versucht haben, die Zahlen zu beschönigen. #Mord #Flüchtlinge