Seit dem jüngsten CDU-Parteitag in Essen, kennt ihn fast jeder. Denn gegen die blanke Wut seiner Kanzlerin hat #Jens Spahn (36) einen Beschluss gegen den allgemeinen Doppel-Pass durchgefochten. Der Staatssekretär von Wolfgang Schäuble zeigte, dass er ein machtbewusster Politiker ist und auch zu Schlägen fähig, ohne die man in der Politik niemals an die Spitze kommt. Das Gefährlichste für die Bundeskanzlerin: Jens Spahn gehört nicht zum rechten Flügel der CDU, sondern zu deren Mitte. Er ist konservativ, einwanderungskritisch, katholisch und trotzdem offen schwul - für Merkel eine Mischung aus der Hölle, weil Staatssekretär Spahn so die ganze Breite der Partei abdeckt.

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Vor allem hinsichtlich des anhaltenden Flüchtlingsproblems positionierte sich Spahn schon zu einer Zeit rechts der Kanzlerin, als noch landesweit eine Willkommenshysterie herrschte. Der Mann bewies Weitblick. Er war einer jenen, der Fragen in der Art der folgenden stellte. Fragen, die offensichtlich sind, aber unter Merkel nicht offen diskutiert werden. Ganz allgemein sind dies:

  • Wieso kamen plötzlich so viele Menschen, als wenn eine Schleuse geöffnet worden sei? Der Krieg in Nahost hat schließlich nicht erst gestern begonnen. Wer hat also wann, wo und warum die Tore geöffnet? War es wirklich nur die Bundeskanzlerin in einem einsamen Telefonat?
  • Weshalb kamen und kommen fast nur allein reisende Männer im wehrfähigen Alter? Wieso lassen sie scheinbar ihre Frauen und Kinder in ihrer Heimat zurück, wo sie ihres Lebens nicht sicher sein können?
  • Warum reisen viele junge Männer über die Türkei, nach Griechenland oder Bulgarien, über Rumänien und Ungarn (alles sichere Staaten) trotz der "Dubliner Verordnungen" ungeordnet nach Deutschland weiter und werden immer noch nicht zurückgeschickt, obwohl dies ein Gesetzesbruch ist.
  • Weshalb wird der Schengenvertrag über die offenen Grenzen in der EU nicht ausgesetzt?
  • Wie wird sichergestellt, dass die Terroristen unter den Flüchtlingen erkannt und herausausgefiltert werden, bevor sie in Österreich oder Deutschland eine Bleibe finden?

Spahn hatte als einer der ersten Politiker in der CDU erkannt, dass keiner die Ängste der Menschen wirklich ernst nimmt.

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Während Bundeskanzlerin Merkel sich geistig immer noch auf Selfie-Safari mit Asylsuchenden bewegt und der Applaus von der Linken immer lauter wird, erwachen die Christdemokraten wie Jens Spahn oder Julia Klöckner.

Hellsichtig?

Spahn sagte der SZ schon vor vielen Monaten: "Wir sehen gerade eine klassische Schweigespirale: Viele meinen angesichts der beinahe euphorischen Darstellung in den Medien und in der öffentlichen Debatte, dass sie mit ihren Sorgen und Fragen immer nur in der Minderheit sind. Sie finden sich nicht wieder, in dem was gesagt und gesendet wird, und werden deshalb immer verschlossener. Dabei ist die übergroße Mehrheit im Land derzeit in Sorge".

Richtig und weitsichtig!

Was Spahn der Süddeutschen Zeitung vor Monaten in die Blöcke diktierte, war klug, richtig und abseits der üblichen Floskeln. Er ist einer der wenigen verbliebenen bürgerlichen Politiker, welche die Ängste der Menschen aufrichtig annehmen. Spahn macht eine Politik, die sichtbar auch an jene Bürger denkt, die bereits hier leben, urdeutsche ebenso wie Einwanderer und vor allem auch an jene 20% (2014) der deutschen Bevölkerung, die einen Migrationshintergrund haben und trotzdem deutsch fühlen und denken.

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Politiker wie Spahn werfen diese Menschen nicht alle in einen Topf, sondern würdigen die tatsächlichen Umstände.

Kanzler Spahn?

Damit hat er sich sehr früh und sehr weit vorgewagt - und die Partei folgt ihm, wie der erste harte Bruch mit Merkels Willen in Essen zeigte. Jens Spahn hat mit seinen Unkenrufen Recht behalten und wird deswegen nicht aus purem Zufall inzwischen als heißer Favorit auf ein Spitzenamt gehandelt. Als Bundeskanzler wäre er zwar jung, aber nicht zu jung - Österreichs Außeminister war bei Amtsantritt auch erst Ende zwanzig. Eine spannende Wahl für dieses Amt würde er auf jeden Fall abgeben. #Angela Merkel #Flüchtlinge