#Bundespräsident Joachim #Gauck hat bei einer Visite des Hauptquartiers des "Multinationalen Korps Nordost" der NATO in Stettin den kommenden US-Präsidenten Trump daran erinnert, dass es im vitalen Interesse der USA und Europas ist, an einer gemeinsamen Verteidigung der westlichen Welt ohne Abstriche festzuhalten. Er könne sich kaum vorstellen, dass ein US-Präsident außer Stande sei, den Wert der NATO nicht wahrzunehmen. Trump hatte zuvor offen gelassen, wie er mit der NATO umgehen wolle.

Im gegenseitigen Interesse?

"Ich gehe davon aus, dass ein Grundzug amerikanischer Außenpolitik Verlässlichkeit ist", so der deutsche Präsident.

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Zusammen mit seinem Amtskollegen aus Polen, Andrzej Duda, informierte sich der Präsident über den Bereitschaftsgrad der Spezialeinheit, die von Deutschland, Polen und Dänemark gemeinsam organisiert wird. Der Bundespräsident wollte sich ein Bild darüber machen, wie weit die Truppe gediehen ist und im Krisenfall als "Speerspitze" gegen eine russische Aggression im Baltikum vorgehen könnte. Polens Staatschef Duda hob die positive Kopperation hervor, deren Geist die gemeinsame Sicherheit innerhalb der NATO stärke.

Der deutsche Präsident verspricht vollen Verteidigungswillen

Präsident Joachim Gauck versicherte seinem Kollegen, Polen brauche sich keine Sorgen zu machen, dass Deutschland sich im Ernstfall drücken würde. "Wir sind verteidigungsbereit, wenn unsere Integrität und unsere Werte angegriffen werden", so der Bundespräsident in aller Klarheit.

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Die Stettiner NATO-Einheit sei ein "praktisches Zeichen gelebter gemeinsamer Solidarität angesichts zum Teil epochaler internationaler Veränderungen". Der Präsident ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass es immer schon Teil seiner Politik war, die Bundesregierung zu bewegen, mehr für die Verteidigung der freien Welt zu tun. In seiner bald zu Ende gehenden Amtszeit wirkte Gauck nachdrücklich darauf, dass Deutschland eine von Realitätssinn und nicht von pazifistischen Idealen geprägte Politik betreibt.

Wie wird es unter Steinmeier?

Hatte Präsident Gauck stets ein entspanntes und wertschätzendes Verhältnis zu den Truppen, wird es spannend, wie sich der vermutlich zum Nachfolger Gaucks gewählt werdende jetzige Außenminister Frank-Walter #Steinmeier positionieren wird. Einerseits steht auch Steinmeier für eine realistische Außenpolitik, andererseits ist Steinmeiers Haltung gerade in Bezug auf Russland weniger klar ausgeprägt und flexibler als jene Gaucks. Auch hatte Steinmeier Trump als "Hassprediger" bezeichnet, eine Haltung, die dem liberal-konservativen Gauck nicht gefallen dürfte.

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Dieser hatte während seiner gesamten Amtszeit nie einen Hehl daraus gemacht, dass er die USA sehr wertschätzt und vom russischen Präsidenten Putin nicht sonderlich viel hält.

Einiges wird anders werden

Es ist deshalb unter einem künftigen Präsidenten Steinmeier nicht mit einer Revolution in der Außen- und Sicherheitspolitik zu rechnen, aber die Akzente werden sich mit Gewissheit etwas weg von den USA und hin zu mehr Verständnis für Russland verschieben. Ob das gut oder schlecht ist, mag jeder für sich selbst beurteilen. Jedoch steht eines schon fest: in schwierigen politischen Zeiten kommen dem deutschen Bundespräsidenten zahlreiche weitreichende Aufgaben zu, gerade auch in der Außenpolitik. Dass mit Steinmeier ein Außenminister in das Amt des Präsidenten wechselt, lässt vermuten, dass die Außenpolitik Deutschlands sich weiter in Richtung Schloss Bellevue, dem Amtssitz des Bundespräsidenten, orientieren wird. Schon Gauck setzte klare eigene Akzente in diesem Feld, unter Steinmeier wird sich dies ziemlich sicher intensivieren.