Weniger gute Nachrichten kommen derzeit aus dem Spannungsfeld zwischen #Japan und der Russischen Föderation. Präsident Putin war zwar zu einem höflichen Besuch im Urlaubsort Nagato, doch ein uralter Streit über eine kleine Inselgruppe, die #Kurilen, belastet die Beziehungen der Nachbarländer nach wie vor schwer. Die stolzen Japaner betrachten die Kurilen als ihr Staatsgebiet, die Russen denken seit 1945 nicht daran, dieses Fleckchen Erde an Japan zurückzugeben. Die Debatten darüber seien zwar "offen und intensiv" verlaufen, formulierte es der japanische Premierminister Shinzo Abe, was aber von Diplomatisch auf Deutsch übersetzt nichts anderes heißt als: es hat heftig gekracht hinter verschlossenen Türen.

Werbung
Werbung

Man habe über einfachere Grenzübertritte für die ehemaligen, japanischen Bewohner der Inseln gesprochen, sowie über Wirtschaftsfragen und einen Friedensvertrag zwischen den beiden Ländern nachgedacht, melden mehrere Nachrichtenagenturen. "Wir konnten den Gipfel in einer sehr guten Atmosphäre stattfinden lassen", sagte Premierminister Abe laut dem Fernsehsender n-tv.

Die Kurilen sind eigentlich wertlos!

Die Geschichte der Inseln ist wechselhaft. Die indigenen Bewohner finden sich beidseits der Grenze, #Russland jedoch betrachtet die Inselkette, welche zwischen Kamtschatka und Hokkaido liegt, als annektiertes Staatsgebiet der Russischen Föderation. Eine Altlast des Zweiten Weltkriegs, die mehr symbolischen als praktischen Wert hat, da die umstrittenen Landflächen über den Daumen gepeilt nicht mal halb so groß sind wie Rheinland-Pfalz und dazu recht karg.

Werbung

Die sowjetischen Streitkräfte hatten die Eilande im Zuge des Zweiten Weltkriegs besetzt. Rund 20.000 Japaner, die Zahlen schwanken je nach Quelle um bis zu 50%, wurden nach Hokkaido verfrachtet, etwa sechstausend leben heute noch dort. Beide Seiten können im Grunde froh sein, dass sich nicht auch noch die Niederlande einmischen, denn diese haben um das Jahr 1640 mit ihrem Seehelden Maarten Gerritszoon de Vries die Kurilen als erste "entdeckt" und ein friedliches indigenes Völkchen vorgefunden, das vom Fischfang lebte. Japan wiederum pocht auf ein Abkommen von 1855.

Geht es um Geopolitik?

Man könnte das alles als Petitessen der Weltpolitik abtun, würde sich dahinter nicht Größeres verbergen. Mal wieder geht es nämlich um die USA und Geopolitik im Allgemeinen. Die Japaner bauten nämlich Druck auf, in dem sie den "Sekretär des japanischen Nationalen Sicherheitsrats", einen Mann namens Shotaro Yachi, vorschickten, um den Russen mitzuteilen, auf zwei noch japanischen Südkurilen-Inseln könnten US-amerikanische Militärstützpunkte eingerichtet werden, wie die japanische Zeitung "Asahi" berichtet.

Werbung

Ob die USA und ihr baldiger Präsident Donald Trump von diesem Vorstoß wussten, bleibt jedoch eine offene Frage.

Waffenparade in Russland!

Russland keilte dagegen und teilte laut der Zeitung Isvestija mit, die russischen Streitkräfte hätten völlig neue "Seezielflugkörper" auf den Kurilen in Stellung gebracht. Man muss kein Militärexperte, um dies als Zeichen zu verstehen, dass Russland nicht den Hauch einer Absicht hegt, die Kurilen abzugeben. Vielmehr winkt man mit "Bastion-Startanlagen" mit "Überschall-Seezielflugkörpern" vom Typ "Onyx-Jachont". Das ist, um es gelinde zu formulieren, ein starker nonverbaler Akt der Kommunikation. Die russischen Raketen können land- und seegestützte Ziele anpeilen und ohne nennenswerte Vorwarnzeit vernichten. Schon in Syrien seien sie zum Einsatz gekommen, berichten die russischen Staatsmedien.

Ende der Geschichte?

Für alle, welche die kompromisslose Haltung Russlands trotz des lauten Raketentrommelns noch nichts verstanden haben, schickte Moskau noch Alexander Panov hinterher. Er war früher der russische Botschafter in Tokio und gab für Begriffsstutzige die Erklärung ab, dass die Aufrüstung auf den Kurilen Russlands Standhaftigkeit belege, den von Japan Teil der Kurilenkette niemals abzugeben.