Seit dem Putschversuch im Juni in der Türkei werden in Deutschland deutlich mehr Asylanträge türkischer Staatsbürger verzeichnet. 80 Prozent der Antragsteller sind #Kurden. In der Türkei geht die Regierung seit dem gescheiterten Putschversuch verstärkt gegen die Oppositionelle, insbesonders kurdisch-stämmige Politiker, vor.

Allein 2016 starben mehr als 200 Menschen in der Türkei wegen Terroranschlägen. Ende Juli hatte #Erdogan den Friedensprozess offiziell als gescheitert erklärt. Mit dem Syrienkoflikt entstand jedoch neue Dynamik. „Die PKK spielte eine positive Rolle bei der Rettung der Jesiden im Irak, außerdem wurden die Kurden als Verbundener des Westens wahrgenommen“, so Türkei-Experten von Hafen City Universität Hamburg.

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PKK (die Arbeitspartei Kurdistans) ist eine kurdische, sozialistisch ausgerichtete militante Untergrundorganisation

Sie kämpft für die Autonomie der in der Türkei von Kurden besiedelten Gebiete. Ziel der PKK ist Gründung eines unabhängigen kurdischen Staates. Kurden sind bisher kein geeintes Volk: es gibt nordirakische Kurden, türkische, und Gruppen in Syrien. Die meisten Kurden leben in der Türkei.

Seit dem gescheiterten Putschversuch im Juni 2016 steigen die Zahlen der asylsuchenden Türken deutlich an: im November waren das 702, im Januar nur 199. Die Linksfraktion reagiert mit scharfer Kritik: "Die Türkei ist alles andere als ein sicheres Herkunftsland oder ein Ort, an dem die #Flüchtlinge eine sichere Bleibe finden können“, sagte Ulla Jelpke, die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion.

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„Die Waffentransporte an das Erdogan-Regime müssen endlich gestoppt werden und der Flüchtlings-Deal beendet werden“, so Jelpke.

Die Bundesregierung wollte allerdings erneut keinen expliziten Zusammenhang zwischen der steigenden Zahl an Flüchtlingen und dem Putsch herstellen. „Fast 4000 Türken haben seit Jahresbeginn in Deutschland Asyl beantragt. Das sind mehr als doppelt so viele wie in gesamten Jahr 2015. Doch die Entwicklungen seit dem Putschversuch im Juni seien dafür nicht verantwortlich“ so das Bundesministerium.